Das britische Telekom-Beratungsunternehmen Analysys Mason hat eine neue Studie veröffentlicht, die sich mit der Nutzung mobiler Breitbanddienste in insgesamt 26 europäischen Ländern beschäftigt und Entwicklungsvorhersagen abgibt. Die Autoren um den Analysten Rupert Wood kommen dabei unter anderem zu dem Schluss, dass schon in fünf Jahren rund ein Viertel der Kunden gänzlich ohne Festnetz-Internetzugang auskommt.
Eindeutige Tendenz zur Mobilität
Der Studie zufolge, werden im Jahr 2013 fast 50 Prozent aller Breitband-Kunden in Europa einen mobilen Anschluss nutzen. Es sei eine klare Tendenz weg von den Festnetz-Zugängen hin zum mobilen
Breitband erkennbar. Und die Festnetz-Betreiber würden das Ausmaß der Bedrohung durch mobile Anschlüsse unterschätzen. Die Zahl der
DSL-Neuanschlüsse in Europa sei mittlerweile schon
rückläufig und die mobilen Breitband-Angebote könnten oft mit vergleichsweise günstigen Preisen locken. Wie schon bei der Telefonie, wird der mobile Anschluss den stationären mittelfristig ablösen.
Knapp die Hälfte der aktuellen Kunden stationärer Anschlüsse nutzt ihren Breitbanddienst in einem Umfang, der die Durchschnittsnutzung des mobilen schnellen Internets gar nicht übersteigen würde. Das biete den
Mobilfunk-Betreibern ein sehr großes Marktpotential, denn DSL-Angebote für Privatkunden könnten aufgrund der höheren Endkunden-Kosten gegenüber mobilem Breitband das Nachsehen haben. Und das, obwohl sie insgesamt ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, so Analysys Mason.
Reale Download-Raten noch zu niedrig
Heute sind mobile Bandbreiten von 3,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) mit
HSDPA keine Seltenheit. Allerdings meist nur theoretisch und das könnte noch ein Hindernis für mobiles Breitband darstellen. Untersuchungen wie jüngst in Österreich zeigen immer wieder, dass im Mittel nur reale Download-Raten von rund einem Mbit/s erreicht werden.
Deshalb sieht die Studie einen Ausbau der Netzwerkkapazitäten zur Sicherung der Servicequalität als wichtigen Faktor für den Erfolg des mobilen Breitband-Internets. Trotz der eingeschränkten Bandbreiten surfen aber bereits rund 10 Millionen Deutsche über Mobiltelefone im Internet.