Dienstag, 14.10.2008 17:16

Bertelsmann setzt auf Musikrechte-Vermarktung

aus dem Bereich Sonstiges
Der Medienkonzern Bertelsmann steigt in das Geschäft mit Musikrechten ein. Die neue Tochter BMG Rights Management GmbH werde die Rechte von Künstlern und Autoren an ihren Titeln verwalten und vermarkten, kündigte Geschäftsführer Hartwig Masuch am Dienstag in Berlin an.

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Neue Wachstumschancen

"Wir setzen auf den Bereich der Musikindustrie, der Wachstum verspricht", sagte Masuch. Dabei handele es sich um die Online- und Mobilfunkplattformen, Tonträgerfirmen sowie Film-, Fernseh- und Werbeproduzenten. Das Unternehmen geht von einem weltweiten Markt von fünf Milliarden Euro aus.

Der Gütersloher Konzern verstärkt damit nach dem Ende des Gemeinschaftsunternehmens Sony BMG wieder sein Engagement im Musikgeschäft, setzt aber nicht mehr auf den Vertrieb von Tonträgern. Dieses Geschäft ist seit Jahren unter Druck, unter anderem weil Musik oft kostenlos und illegal im Internet heruntergeladen wird. Die Zusammenarbeit mit dem japanischen Elektronikriesen Sony war Anfang Oktober nach vier Jahren endgültig beendet worden.

Die Fernsehnutzung und die digitale Nutzung von Musik sei besser zu kontrollieren als das Kopieren von CD, sagte Masuch. Sein Unternehmen verspreche den Künstlern eine zuverlässige, transparente und genaue Abrechnung ihrer Rechteeinnahmen.

In fünf Jahren an die Spitze

Grundstock von BMG Rights Management sind Musikkataloge mit mehr als 200 europäischen Künstlern, die Bertelsmann sich in den damaligen Vertragsverhandlungen gesichert hatte. Dazu zählen etwa die Scorpions, Nena und Die Prinzen. Neu hinzu gekommen sei kürzlich die Gruppe 2raumwohnung.

BMG Rights Management will 2009 vollständig in den umkämpften Markt eintreten, zunächst mit 30 Beschäftigten. "Wir sind nicht die ersten, wir sind nicht die einzigen", sagte Masuch. Derzeit besetzt das Unternehmen mit seinen Katalogen den Angaben zufolge weniger als ein Prozent des Marktes. "In fünf Jahren wollen wir uns als eine der ersten Adressen für Künstler und Autoren in Europa etabliert haben." Zunächst konzentriere sich das Unternehmen auf Westeuropa, später auch auf die USA.
Michael Posdziech / dpa
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