Der deutsche
DSL-Breitbandmarkt steckt mitten in der Konsolidierung. Die DSL-Sparte von
freenet sucht immer noch einen Käufer, über die Zukunft von Hansenet mit der Marke
Alice wird immer wieder
spekuliert. Der spanische Telekommunikationsanbieter Telefónica, Muttergesellschaft von
o2 und in Deutschland im Besitz eines eigenen Breitbandnetzes, ist größter Aktionär der Telecom Italia. Die Italiener wiederum sind der Mutterkonzern von Hansenet.
Gute Partnerschaft in Gefahr?
Bisher hatten Telefónica und Telekom Italia in Deutschland gut zusammen gearbeitet. Beide südeuropäischen Konzerne informierten sich jeweils gegenseitig über größere Investitionsvorhaben. Hansenet verkaufte über Alice seit 2004 rund 561.000 o2-Handyverträge. In Gebieten, wo Hansenet seine 2,36 Millionen DSL-Kunden nicht mit eigenen Leitungen versorgen konnte, wurde auf das Netz von Telefónica zurückgegriffen. Doch laut eines Berichts der "Financial Times Deutschland" (FTD) könnte der freundschaftliche Ton zwischen Telefónica und Telecom Italia rauer werden. Hansenet hat vom Mutterkonzern Telecom Italia grünes Licht erhalten, künftig auch einen Teil der Anschlüsse über
Bitstream der
Deutschen Telekom zu schalten, einem direkten Wettbewerber von Telefónica. Dabei soll es sich vor allem um Kundenanschlüsse handeln, die Hansenet durch
Kauf des AOL-Zugangsgeschäftes übernommen habe.
Verstimmung bei Telefónica
Nach Angaben der FTD reagierte Telefónica o2 in einer ersten Stellungnahme unaufgeregt. Die Entscheidung seitens Hansenet würde nichts an der "erfolgreichen Zusammenarbeit" beider Unternehmen ändern. Hinter den Kulissen soll aber Verstimmung bei Telefónica herrschen. Ein Sprecher von Hansenet versuchte daher zu beruhigen: "Das hat keinen Einfluss auf unser Kerngeschäft mit Telefónica". In den letzten Jahren hatte Telefónica immer wieder geplant Telecom Italia zu
übernehmen und das gemeinsame Unternehmen zu einem der weltweit größten Telekommunikationsanbieter zu formen. Das aktuelle Vorgehen von Telecom Italia auf dem deutschen Markt könnte eine weitere Verzahnung der beiden Telekommunikationsriesen aber fraglich erscheinen lassen.