Der
Präsidentschaftswahlkampf in den USA ist immer wieder für eine Überraschung gut. Die beiden Kandidaten Barack Obama und John McCain buhlen bereits seit Monaten um die Macht im Weißen Haus. Nicht verwunderlich also, dass die Wahlkampfberater derzeit alles versuchen, um für ihren Senator Stimmung zu machen.
Barack Obama am Straßenrand
Sogar Videospiele haben die Präsidentschaftskandidaten für ihre
Wahlwerbung jetzt für sich entdeckt. Laut einem Bericht des US-Onlineportals "
GamePolitics" hat beispielsweise Barack Obama in dem Autorennspiel "Burnout Paradise" von Electronic Arts Wahlaufrufe integrieren lassen. Das berichtet jedenfalls der
Xbox 360 Live-Nutzer Dragunov765, dem die ungewöhnlich Werbung als erstes auffiel. Als Beweis hat er entsprechende Screenshots veröffentlicht. Demnach sind in dem Rennspiel Schilder am Straßenrand zu sehen, auf denen Obama seine Wähler aufruft, schon jetzt zur Wahlurne zu gehen und seine Stimme für ihn abzugeben.
Burnout Paradise: Wahlwerbung einmal anders. Screenshot: gamepolitics.com
Lukratives Geschäft für Spielehersteller
Über Sinn und Unsinn von Wahlwerbung in Computerspielen scheiden sich die Geister. Sicher ist jedoch: für Vermarkter ist diese Form von "Kundengewinnung" ein durchaus
lukratives Geschäft. Neben Microsoft haben auch Sony und zahlreiche andere Spielehersteller - allen voran
Electronic Arts - diese zusätzliche Einnahmequelle bereits für sich entdeckt. Branchenkenner gehen davon aus, dass allein in den USA jährlich rund 300 Millionen Dollar für die so genannte In-Game-Werbung ausgegeben werden. Der Aufwand dafür ist relativ gering: Die Spielehersteller programmieren Platzhalter in ihre Spiele ein, die dann beim Online-Spielen mit aktuellen Werbespots gefüllt werden.
Michael Friedrichs