Noch vor Weihnachten will das britische Musik-Label EMI mit der neuen Plattform EMI.com einen
Online-Musikvertrieb starten. Laut einem Bericht der "Financial Times" sollen über das Angebot die Künstler des Majors direkt vermarktet werden.
Info- und Download-Portal
Mit dem auf die Ansprüche des Konsumenten zugeschnittenen Portal will EMI den Eintritt in den zunehmend unübersichtlichen Digitalmarkt wagen. Der Dienst soll sowohl Downloadshop als auch Informationsplattform sein, auf der User neue Künstler entdecken können. Deshalb werde das Portal nicht nur kostenpflichtige Audio- und Videoinhalte umfassen, sondern auch kostenfreie Elemente anbieten.
Ähnliche Projekte der großen Musikfirmen, wie der Dienst "PressPlay" von Sony und
Universal, waren in der Vergangenheit gescheitert, da sie den Usern keinen Zugang zum Repertoire der anderen Labels anboten. Branchenkenner sehen deshalb das vom neuen EMI-Chef Guy Hands vorangetriebene Projekt skeptisch.
Kunden wollen umfassendes Angebot an einem Ort
Studien zeigten, dass Nutzer, die Musik suchen, alles aus einer Quelle bekommen wollen. "Wenn sie Beyoncé kaufen, wollen sie, dass gleichzeitig auch Rihanna erhältlich ist. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob sich das für EMI auszahlen wird," zitiert die "Financial Times" einen Insider.
Aus EMI-Kreisen sei widerum zu hören, dass es dem Unternehmen, das Künstler wie Kylie Minogue, Robbie Williams, Depeche Mode oder Coldplay unter Vertrag hat, zunächst nicht auf Umsatzsteigerung ankomme, sondern vielmehr darauf, mehr Erkenntnisse über die Vorlieben der Kunden zu erlangen.