Es scheint ein fast aussichtsloser
Kampf zu sein, den die Hersteller von Sicherheits-Software Tag für Tag an der
Schädlingsfront zu schlagen haben. Der Flut an Trojanern, Würmern, Adware und anderen unwirtlichen Gesellen ist kaum noch Herr zu werden. Das dritte Quartal 2008 brachte es wieder zu einem erheblichen Anstieg von Malware.
Adware weit verbreitet
Die Experten der Panda Security Sicherheitslabore haben ihren vierteljährlichen Schädlingsreport vorgelegt. Einen Anstieg von rund 70 Prozent stellten sie bei Adware fest: auf 37,49 Prozent aller weltweit infizierten Rechner konnte mindestens ein Adware-Muster festgestellt werden. Damit ist die Erholungsphase mit einem Rückgang in den Monaten von April bis Juni wieder beendet. Gründe für den Anstieg der Adware sieht Panda vor allem in der stärkeren Verbreitung von gefälschter Sicherheits-Software. Computernutzer werden bei dieser Masche per Pop-Up zum Kauf eines angeblichen Antiviren-Progamms aufgefordert werden, um damit eine scheinbare Infizierung des Computers zu beheben.
Trojaner besonders beliebt und variantenreich
Die zweithöchste Verbreitung nach Adware zeigten
Trojaner mit 28,7 Prozent und Würmer schlängelten sich mit 11,56 Prozent auf den dritten Platz. Der Lieblingsschädling der Cyberkriminellen ist aber laut PandaLabs weiterhin unangefochten der Trojaner, der einen Anteil von 60 Prozent an den im dritten Quartal neu entdeckten Schädlingen aufweisen konnte. Keine andere Malware wird in mehr Varianten weltweit in Umlauf gebracht. Es gab mit 31,05 Prozent zwar zahlenmäßig weniger neue Adware-Muster, doch durch die breitere Streuung verursachten sie höhere Infektionen als die mehr zielgerichtet und versteckt verbreiteten Trojaner. Im dritten Quartal ermittelten die Panda-Experten zudem für Würmer und Spyware Anteile von 4,53 und 2,93 Prozent an den neuen Malware-Arten.
Computer in den USA und Spanien besonders häufig infiziert
Deutschland befindet sich im Vergleich der Länder mit den höchsten Schädlingsinfektionen mit Platz 14 und 14,59 Prozent befallener Rechner im Mittelfeld. Das Feld wird angeführt von den USA und Spanien mit jeweils rund 31 Prozent infizierter Rechner. Auf den weiteren Plätzen landeten Taiwan mit 27,34 Prozent, Polen mit 25,31 Prozent und Argentinien mit 22,67 Prozent.
Bei der Untersuchung der
Spam-Entwicklung im dritten Quartal fiel zudem vermehrt der Versand von sogenannten Non Delivery Reports (NDR) auf, die normalerweise automatisch vom System verschickt werden, wenn es Probleme beim E-Mail-Versand gegeben hat. Herkömmliche Anti-Spam-Techniken erweisen sich bei der Bekämpfung von NDR-Spam als unwirksam. Die für diesen speziellen Spam-Mailversand benötigten Absenderadressen wurden von Cyberkriminellen teils illegal in Foren gekauft oder mittels Malware ermittelt.