Sie verhalten sich einfach nicht so wie die Musikindustrie es wünscht: zahlreiche Internetsurfer laden immer noch eifrig aktuelle Musiktitel illegal aus dem Internet auf ihren Rechner oder tauschen Songs im Netz. Zwar erhöht sich die Zahl der
legalen Musikdownloads, doch die Klagen der Musikindustrie über einbrechende Gewinne reißen nicht ab. Forderungen bis hin zu einer
Internetsperre für Nutzer illegaler Downloads werden erhoben.
Downloads keine Bagatelle
Viva-Gründer Dieter Gorny, nun Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Musikindustrie, hatte schon Anfang Oktober auf Änderungen am
Urheberrecht gepocht, um dieses zeitgemäßer zu gestalten. Bei illegalen Musikdownloads von einer Bagatelle zu sprechen sei tödlich.
Nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatt" sei der Umsatz der Musikbranche 2007 um 3,2 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro zurückgegangen.
Punktekonto wie in Flensburg für illegale Downloads
Nun tritt Gorny mit neuen Überlegungen auf den Plan, um die Musikbranche vor dem Untergang zu retten. Laut der Zeitung "Die Welt" forderte Gorny bei einem Journalisten-Gespräch in Berlin, kurz vor Eröffnung der Musikmesse Popkomm, die Einführung eines neuen Abschreckungssystems. Ähnlich wie das Punktekonto für Verkehrssünder in Flensburg könnte ähnlich bei illegalen Musikdownloads vorgegangen werden.
Bei zu vielen Punkten auf dem Konto sollen die Provider die Internetverbindung kappen können. "Wenn der User illegale Handlungen im Internet vornimmt, soll er dafür Punkte bekommen und ab einer gewissen Anzahl ist dann beispielsweise die Bandbreite reduziert, oder das Internet zu Hause wird für drei Monate gesperrt", so Gorny.
Er wünscht sich einen runden Tisch von Politikern, Musikindustrie und Internetprovidern, um über die Realisierung eines solchen Systems zu beraten. Das damit nicht alle illegalen Nutzer bestraft werden können, ist auch Gorny klar: "Es gibt ja auch immer noch Leute, die trotz Strafen betrunken Autofahren." Doch er verspricht sich zumindest eine abschreckende Wirkung.