Die neue Geräteklasse der Netbooks zeichnet sich nicht nur durch den kleinen Formfaktor und die im Vergleich zu herkömmlichen Notebooks geringere Leistung aus. Die
Mini-Notebooks sollen vor allem eins sein: einfach. So sollen auch Nutzer ohne fundierte Computerkenntnisse übliche Anwendungen wie Textverarbeitung oder Multimediaplayer starten und im Internet surfen können. Viele Hersteller setzen dabei auf Linux als Betriebssystem – Asus hat es mit dem
Eee PC vorgemacht. Doch dies kommt offenbar nicht bei allen Kunden gut an, wie Andy Tung, US-Verkaufsleiter von MSI, nun in einem Interview mit dem Magazin "Laptop" verlauten ließ.
Keine Lust auf Linux
So hätten interne Nachforschungen von MSI ergeben, dass Netbooks häufiger umgetauscht werden als Notebooks. Der Hauptgrund hierfür sei Linux. Auch die Einzelhändler hätten mit den hohen Rückgaberaten bei Linux-Geräten zu kämpfen. Im Fall des
Wind von MSI beträgt das Verhältnis 4:1, sprich, die Mini-Rechner mit dem Pinguin gehen viermal häufiger zurück als die Kollegen mit Windows XP. "Die Leute fangen an mit Linux herumzuspielen und merken, dass es nicht das ist, was sie gewohnt sind", sagte Andy Tung dem Magazin. Die Nutzer wollten auch keine Zeit investieren, um den Umgang mit dem anderen Betriebssystem zu erlernen. Beim Kauf reizt sie vor allem der günstigere Preis.
Nicht nur das MSI Netbook, sondern auch der
Wind PC werden mit Linux ausgeliefert. Das Unternehmen will nun auch andere Versionen des Betriebssystems ausprobieren. Im Gespräch sei zum Beispiel Ubuntu im Stil von Mac OS. Ob dies dem Windows-gewohnten Nutzer besser gefallen würde, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
Wind 2 in Arbeit
MSI arbeitet derzeit am Wind 2, das die Modellbezeichnung U120 bekommen soll. Während das U100 sich an Familien und Teenager richte, soll das neue Exemplar Geschäftsleute ansprechen und ein komplett anderes Design erhalten. Auch zur Ausstattung ließ Tung schon ein paar Details durchsickern: Das Gerät soll ein 10-Zoll-Display, ein Gigabyte Arbeitsspeicher und eine Festplatte mitbringen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch eine SSD-Variante angeboten. Der
Dual-Core Atom Prozessor von Intel wird jedoch noch nicht an Bord sein. Der Preis soll bei unter 600 US-Dollar (439 Euro) liegen.