Dienstag, 07.10.2008 15:10

Deutscher Breitbandmarkt wächst langsamer

aus dem Bereich Breitband
Monat für Monat versuchen die Internetprovider in Deutschland mit verlockenden Tarifangeboten neue Kunden für ihre Breitbandzugänge zu gewinnen. In den letzten Jahren konnten die DSL-Provider auf ein großes Wachstum zurückblicken, doch in diesem Jahr verlangsamt sich der Zuwachs. Der deutsche Markt bekommt besonders deutlich die Abschwächung der Wirtschaft und die Folgen der weltweiten Finanzkrise zu spüren.

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Weniger Neukunden

Die Analysten der US-Firma Strategy Analytics haben in einer Studie das Wachstum des deutschen Breitbandmarktes im zweiten Quartal 2008 unter die Lupe genommen. Im Vergleich zum Vorjahr konnten lediglich Verträge mit 678.000 neuen Breitbandkunden abgeschlossen werden. Im Jahr 2007 lag diese Zahl noch bei 1,1 Millionen Neukunden. Obwohl die Telekom mit T-Home von Quartal zu Quartal rund 100.000 weniger Neukunden gewinnen kann, war sie im zweiten Quartal laut der Studie mit etwa 9,9 Millionen Bestandskunden immer noch der größte DSL-Anbieter auf dem deutschen Markt. Auch der von Vodafone übernommene Anbieter Arcor sowie United Internet verzeichneten ein stagnierendes oder sogar zurückgehendes Neukundenwachstum. Arcor wird nach Berechnungen der US-Experten zum Jahresende über etwa 3,4 Millionen Kunden verfügen.

Experten rechnen mit einer Marktkonsolidierung

Zwar wird der Breitbandmarkt in Deutschland auch in diesem Jahr um rund zehn Prozent wachsen, doch die Analysten gehen davon aus, dass eine Marktkonsolidierung notwendig ist. "Deutschland ist Europas größter Breitbandmarkt und zugleich auch der meist fragmentierte. Sieben Anbieter teilen sich 92 Prozent der gesamten Kunden", so Ben Piper, Chef-Analyst von Strategy Analytics. "Wir sehen nicht, dass der Markt ein solch belebtes Feld an Anbietern unterstützt", so Piper weiter. Stattdessen erwarten die Analysten in den nächsten zwölf Monaten verstärkte Kauf- und Fusionsbestrebungen der Anbieter auf dem deutschen Markt.

David Mercer, Vizepräsident von Strategy Analytics sieht dabei Alice und Freenet als wahrscheinlichste Kandidaten für eine Übernahme an. Insbesondere die Zukunft von Hansenet mit der Marke Alice, einer Tochtergesellschaft von Telecom Italia, ist für die US-Analysten unsicher, sie rechnen bereits in den nächsten Monaten mit einer Übernahme. Das Management von Alice selbst weist dagegen sämtliche Verkaufs- und Übernahmegerüchte, die schon seit längerer Zeit kursieren, immer wieder als haltlos zurück. Erst Ende September sagte Hansenet-Geschäftsführer Carlos Lambari, dass die Priorität von Alice auf organischem Wachstum liege.
Jörg Schamberg
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 Breitband vielen Verbraucherschichten noch (immer) zu teuer (23 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Oxytozin am 10.10.2008 um 16:19 Uhr
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