Sonntag, 05.10.2008 14:22

Daten-Diebstahl: Telekom-Chef sagt Sorry

aus dem Bereich Sonstiges
Nach dem beispiellosen Diebstahl von 17 Millionen Kundendaten bei T-Mobile hat Telekom-Chef René Obermann die Kunden um Entschuldigung gebeten. "Wir können uns bei unseren Kunden nur entschuldigen", sagte er der "Bild am Sonntag". "Das Ganze ist ein sehr ärgerlicher Vorfall. Auch wenn die gestohlenen Daten keine Kontoverbindungen, Kreditkartennummern oder Verbindungsdaten von Kunden enthalten."

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Auch eine Rechtfertigung im Gepäck

Obermann rechtfertigte sich in dem Interview auch, warum die Öffentlichkeit nicht direkt nach dem Vorfall im Jahr 2006 informiert wurde: "Die Behörden waren eingeschaltet, Datenträger konnten beschlagnahmt werden und es gab keinen Hinweis auf Missbrauch der Telefonnummern oder Schaden." Der Konzern habe Anzeige erstattet und Untersuchungen eingeleitet, nachdem ein Vertriebspartner berichtet habe, dass ihm Daten angeboten wurden. "Die Behörden haben umgehend agiert und bei Durchsuchungen Datenträger sichergestellt."

Die Sicherheitsstandards seien verbessert worden. "Wir haben direkt nach Bekanntwerden der Fälle agiert. Unter anderem haben wir die Zugriffsberechtigungen weiter eingeschränkt und die Voraussetzungen für das An- und Abmelden an Datenbanken verschärft."

Politik fordert Konsequenzen

Politiker drängen derweil auf die schnelle Einführung eines Qualitätssiegels für Datenschutz. "Dieses Siegel sollten alle Unternehmen erhalten, die in diesem Bereich mehr tun, als der Gesetzgeber heute von ihnen verlangt", sagte der SPD-Rechtsexperte Dieter Wiefelspütz der "Welt am Sonntag". Die Innenexpertin der FDP- Bundestagsfraktion, Gisela Piltz, sagte: "Nicht erst, wenn die Daten schon entwendet wurden, müssen sie sichergestellt, sondern schon von vornherein sicher gespeichert werden."

Der Grünen-Politiker Volker Beck forderte, die Vorratsspeicherung von Telefondaten sofort zu stoppen. "Die Daten der Bürgerinnen und Bürger sind bei der Deutschen Telekom nicht sicher", sagte Beck. Wo Datenberge entstünden, drohe stets fahrlässiger oder krimineller Missbrauch. Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter Thilo Weichert sprach sich dafür aus, die Einhaltung der Bestimmungen in den Unternehmen schärfer zu überwachen. Der Datenschutz sei "finanziell und personell viel zu schlecht ausgestattet".
Hayo Lücke / dpa
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    Zuletzt kommentiert von Semmel am 06.10.2008 um 10:18 Uhr
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