"Recherchen im Internet und in Datenbörsen ergaben über Monate
keine Anhaltspunkte, dass die Daten im Schwarzmarkt weitergegeben
oder angeboten wurden. Deshalb ging der Konzern davon aus, dass keine
Weitergabe der Daten erfolgte", berichtete Broszio weiter. Laut
"Spiegel" war das brisante Material schon kurz nach dem Diebstahl bei
dubiosen Händlern und anonymen Anbietern im Internet aufgetaucht.
Einige von ihnen kämen aus der Porno-Branche - darunter auch ein
Erotikunternehmer aus Mainz, dem die Daten angeboten worden seien.
Sicherheitsmaßnahmen erhöht
Offensichtlich habe sich "Der Spiegel" durch Dritte Zugang zu
den Daten verschaffen können, hieß es bei der Telekom weiter. "Dass
dieser Fall aus 2006 uns erneut beschäftigt, trifft uns sehr", sagte
Philipp Humm, Geschäftsführer T-Mobile Deutschland laut einer
Unternehmensmitteilung. "Wir gingen bisher davon aus, dass diese
Daten im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in vollem
Umfang sichergestellt wurden." Die Telekom betonte, dass die
Datensätze keine Bankverbindungen, Kreditkartennummern oder
Verbindungsdaten enthalten. Jedoch seien neben Name und Anschrift die
Mobilfunknummer, teils das Geburtsdatum und in einigen Fällen auch
die E-Mail-Adresse in den Datensätzen zu finden, so die Telekom.
"Ungeachtet der Tatsache, dass die Täter mit erheblicher krimineller Energie vorgingen, bedauern wir, dass wir die Daten unserer Kunden nicht unseren Ansprüchen gemäß schützen konnten", betonte Humm. "Wir haben weder aus unseren Servicebereichen noch sonst Hinweise, dass diese Daten zum Nachteil unserer Kunden genutzt wurden", unterstrich der T-Mobile-Vertreter. "Trotzdem möchten wir betonen, dass wir seit 2006 die Sicherheitsmechanismen deutlich erhöht haben."
Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft Bonn bestätigte auf Anfrage, dass es seit
2006 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verlusts und der Weitergabe
von Telekom-Daten gebe. Behördensprecher Fred Apostel betonte aber
zugleich, dass es nicht sicher sei, dass es um die selben Kundendaten
geht. Bei der Kölner Staatsanwaltschaft habe es ebenfalls
Ermittlungen gegeben.
Für Kunden gibt es eine Gratis-Hotline für Fragen: 0800 / 330 03 45 05.