Vor einem Jahrzehnt sorgten die ersten
elektronischen Bücher schon einmal für Wirbel - bis sie kurz darauf wieder in der Versenkung verschwanden. Jetzt drängt das E-Book erneut mit Macht auf den Markt. Und diesmal könnte es dank der inzwischen weit verbesserten Technologie tatsächlich klappen. "Das E-Book wird die Verlagswelt ziemlich durcheinanderwirbeln", glaubt Ronald Schild, Internet-Experte beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt. In den USA meldet die E-Book-Branche bereits ein rasantes Wachstum.
Auftritte auf der Buchmesse
Die neuen digitalen Lesegeräte werden auch im Blickpunkt der Frankfurter Buchmesse vom 15. bis 19. Oktober stehen. Sony will auf dem weltweit größten Branchentreff seinen "
Reader" präsentieren und ein Vertriebsmodell für digitalisierte Inhalte vorstellen. Amazon, das im November vergangenen Jahres sein E-Book "
Kindle" in den USA einführte, ist ebenfalls auf der Buchmesse. Der Online-Buchhändler gibt sich aber wie immer zugeknöpft, was mit Kindle in Deutschland geplant ist.
Klein, flexibel und kontraststark
Als die ersten E-Books Ende der 90er Jahre entwickelt wurden, waren es noch ziemlich klobige Geräte, deren Akku meist nach kurzer Zeit den Geist aufgab. Die neuen E-Books können nicht nur bis zu 20 Stunden per Batterie betrieben werden. Viel wichtiger: Sie können überall - am Strand oder im Bett zu Hause - bei konstant hoher Bildschirmqualität gelesen werden.
Der Kindle bildet Bücher und Zeitungen digital ab. Bild: amazon.com
Der Schwarz-Weiß-Kontrast ist nahezu so gut wie auf Buchpapier. Möglich macht dies die so genannte elektronische Tinte. Auch bei der Größe sind E-Books inzwischen handlicher und schlanker geworden. Außerdem können problemlos einige hundert Bücher darauf gespeichert werden.