Das Internet-Auktionshaus
eBay muss nach einem Bericht des Magazins "Focus" erstmals in großen Umfang Stellen
kürzen. Weltweit soll demnach jede zehnte Stelle gestrichen werden.
1.500 der 15.000 Mitarbeiter seien davon betroffen. Auch in Deutschland sollen Arbeitsplätze wegfallen. eBay wolle sich
"vorrangig von Managern trennen", heißt es in dem Bericht. Ein eBay-
Sprecher sagte am Sonntag in Berlin, er wolle "diese Marktgerüchte"
nicht kommentieren. Dem "Focus"-Bericht zufolge soll das
Sanierungsprogramm in Kürze offiziell verkündet werden.
Service bleibt verschont
Das Magazin zitiert einen nicht genannten eBay-Verantwortlichen
mit den Worten: "Der Kundenservice bleibt verschont. Wir setzen in
der Verwaltung den Rotstift an, und zwar vor allem in der oberen
Etage." Auf Kündigungen solle möglichst verzichtet werden. Den
Mitarbeitern wolle der Konzern Auflösungsverträge und Abfindungen
anbieten. Das Sanierungsprogramm sei nötig, weil das Kerngeschäft mit
den Internet-Auktionen schon seit längerem schwächele, berichtet
"Focus".
Deutschland-Chef Stefan Groß-Selbeck müsse dem Magazin zufolge
einen "massiven Machtverlust" fürchten. Bislang hätten die weltweiten
Niederlassungen weitgehend unabhängig von der Zentrale im
kalifornischen San Jose arbeiten können. Künftig sollten jedoch
wichtige Bereiche wie etwa das Marketing von dort gesteuert werden.
Im internationalen Vergleich ist Deutschland laut "Focus" der
profitabelste Markt für eBay.
Hayo Lücke
/ dpa