Montag, 29.09.2008 14:14

Apple iPod: Streit um Urheberrechtsabgaben

aus dem Bereich Computer
Kurz vor Beginn des umsatzstarken Weihnachtsgeschäfts in Deutschland steht Apple-Boss Steve Jobs Ärger ins Haus. Grund ist ein jüngster Streit zwischen dem US-Unternehmen und den deutschen Importeuren der Apple-Produkte um die Bezahlung der Urheberrechtsabgaben für die iPod-Multimedia-Player.

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Auch iPhones sind betroffen

Wie die "Wirtschaftswoche" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, geht es bei dem Streit darum, welche der beiden Seiten die seit Januar 2008 fälligen Urheberrechtsabgaben, die beim Verkauf von digitalen Speichermedien anfallen, zahlen muss. Demnach befürchtet der Handel, dass bei einem iPod mit 16 Gigabyte Speicherplatz bis zu 20 Euro an Abgaben anfallen könnten. Die Folge: Die Geräte würden zum Teil erheblich teurer werden als bisher. So würde sich der iPod classic mit 120 Gigabyte Speicher um mehr als 120 Euro verteuern. Auch das Apple-Handy iPhone ist von den Urheberrechtsabgaben betroffen. Allerdings ist derzeit noch unklar, wie hoch diese Summe genau ausfallen wird, da sich die zuständige Zentralstelle für privates Überspielungsrecht bisher noch nicht mit den Geräteherstellern geeinigt hat.

Apple will die Kosten nicht übernehmen

Im Gegensatz zu anderen Produzenten von MP3-Playern weigert sich Steve Jobs jedoch vehement, die anfallenden Extrakosten zu übernehmen. Besonders deutlich wird die Brisanz des aktuellen Streits bei der Gesamtsumme der Abgaben allein für Apples Speichermedien. Demnach gehen Schätzungen von jährlichen Abgaben in zweistelliger Millionenhöhe aus. "Die Preiserhöhungen sind besonders bei den iPods dramatisch", so ein Brancheninsider gegenüber der "Wirtschaftswoche". So hätten die beiden deutsche Apple-Importeure Ingram Micro und Tech Data bereits entsprechende Preiserhöhungen für den Oktober angekündigt, um die hohen Kosten durch die Abgabe noch auffangen zu können.

Verschwinden die Apple-Geräte aus den Verkaufsregalen?

Eine andere Konsequenz aus dem Streit könnte auch sein, dass besonders der Einzelhandel Apple-Produkte aufgrund der neuen Konditionen "nicht mehr wirtschaftlich" anbieten kann und so künftig ganz auf den Verkauf der Geräte verzichtet wird. Auch eine Einschränkung des Verkaufs auf wenige Apple-Produkte könnte die Folge sein. Diese Sorgen muss sich Apple-Boss Steve Jobs hingegen nicht machen. Über seinen Online-Shop mit Sitz in Irland kann er seine Produkte auch in Deutschland weiterhin ohne Aufschlag anbieten, denn die Regelung der Urheberrechtsabgabe bei Speichermedien greift hier nicht.
Michael Friedrichs
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