Bei
Versatel stehen die Zeichen auf Veränderung. Nach der
Übernahme des Kabelnetzbetreibers AKF prüft der Düsseldorfer Konzern den Kauf weiterer Kabelanbieter. Das sagte Versatel-Chef Peer Knauer der "WirtschaftsWoche".
Nur ein Testlauf
Die AKF-Übernahme bezeichnete er als "Testlauf". Weiter heißt es, dass Großanbieter von
DSL-Anschlüssen Projektgruppen eingesetzt hätten, die die Möglichkeiten prüfen, anders als über die Telekom Endkunden zu erreichen. Aus Kostengründen scheide die Möglichkeit aus, eigene Hausanschlüsse zu legen. Knauer sagte dem Magazin, die Übernahme einer Kabelgesellschaft sei deutlich günstiger als die Verlegung eigener Glasfasernetze. Jeder AKV-Kunde habe beispielsweise 400 Euro gekostet. "Das Verbuddeln eigener Glasfaser bis in die Keller unserer Kunden würde dagegen 1.000 bis 2.000 Euro pro Haushalt kosten."
Insbesondere die drei großen Kabelnetzbetreiber
Unitymedia,
Kabel Deutschland und
Kabel Baden-Württemberg stehen im Fokus des Interesses. Sie erreichen zusammen über 25 Millionen Haushalte. Dass er im Mittelpunkt einer möglichen Übernahme steht, ist Unitymedia-Chef Parm Sandhu offenbar bewusst. "Die Kabel-TV-Netze sind besser für hohe Datentransfers geeignet als die DSL-Netze der Telefongesellschaften", sagte Sandhu der WirtschaftsWoche.
Auch Analysten erwarten, dass es schon in den kommenden 18 Monaten zu großen Zusammenschlüssen oder Übernahmen bei den Kabelnetzbetreibern kommen wird. Über die Kabel-Anschlüsse ist es möglich, die Zahlungen an die Deutsche Telekom für die "letzte Meile" zu umgehen.
Hayo Lücke