Donnerstag, 25.09.2008 19:01

Studie:VoIP vor einer unsicheren Zukunft

aus dem Bereich VoIP
Die Zahl der Internettelefonierer wächst in Deutschland. Zunehmend mehr Provider setzen statt auf Festnetzanschlüsse auf das kostengünstigere VoIP. Doch das Wachstum ist verstärkt auf eine hohe Nachfrage von Privatkunden zurückzuführen

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Skepsis bei Unternehmen

Eine Studie der Fachzeitschrift "InformationWeek" in Zusammenarbeit mit der IT-Beratung Steria Mummert Consulting kommt zu dem Ergebnis, dass Unternehmen derzeit der Internettelefonie eher skeptisch gegenüber stehen. Zwischen Mai und Juli 2008 wurden 468 IT-Manager aus Deutschland elektronisch interviewt. Gründe für die Zurückhaltung sind teils die für eine Umstellung auf die VoIP-Technik notwendigen Investitionen, teils aber auch Sicherheitsbedenken.

Dies führt dazu, dass in diesem Jahr knapp 40 Prozent der Unternehmen keine Einführung von VoIP mehr planen. Im Vergleich zu 2006 ist die Zahl der VoIP-Skeptiker laut der Studie um rund 18 Prozent gestiegen. In den letzten beien Jahren wuchs der Einsatz von VoIP in Unternehmen nur sehr gering. Mit rund 33,5 Prozent nutzen in diesem Jahr nur 0,2 Prozent mehr Unternehmen als 2006 das Internet für ihre Telekommunikation.

Zusatzkosten und Sicherheitslage falsch eingeschätzt

Viele Unternehmen hatten mit sinkenden Kosten durch die Einführung der Internettelefonie gerechnet, dabei jedoch übersehen, dass auch neue Kosten entstehen. Das Personal in den IT-Abteilungen muss geschult, die Netzlast angepasst werden. Unterschätzt wurden auch mögliche Sicherheitsrisiken, die bei VoIP ebenso wie bei der normalen Datenübertragung gegeben sind. Laut InformationWeek und Steria Mummert habe sich die Zahl der VoIP-Bedrohungen jedoch gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Unternehmen prüfen daher zunehmend kritisch, ob die Investitionen in neue Hardware inklusive Aufwand für notwendige Sicherheitsvorrichtungen sie nicht teurer zu stehen komme als ursprünglich gedacht.

Sicherheit durch Trennung von Daten- und Telefonnetz

Bei der Nutzung von VoIP steige laut Studie die Gefahr, dass Hacker auf diesem Wege auf das Firmennetz zugreifen könnten. Die Unternehmen sollten bedenken, dass die eingesetzten Firewalls auch die Nutzung von IP-Telefonie unterstützen müssen. Erleichtert würde durch VoIP auch das Abhören von Gesprächen oder die kostenlose Mitnutzung einer Leitung. Verstärkt rückt für IT-Administratoren eine Verschlüsselung von Gesprächen in den Vordergrund ihrer Arbeit.

Ein wichtiges Kriterium für Unternehmen ist aber die hundertprozentige Verfügbarkeit eines Telefonnetzes. Einen Aussetzer der Telefonanlage kann sich kaum ein Unternehmen leisten. Um sich gegen Ausfälle durch Hacker oder Serverüberlastung abzusichern, setzen IT-Administratoren daher verstärkt auf eine Trennung von IP-Datennetz und Telefonnetz. Ein solches Vorgehen erfordert allerdings wiederum zusätzliche Investitionen.
Jörg Schamberg
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