Der Internet-Konzern Yahoo! nimmt einem Zeitungsbericht zufolge seine
Fusionsgespräche mit dem Online-Portal AOL wieder auf. Der neue Yahoo-Verwaltungsrat habe grünes Licht dafür gegeben, berichtete die "Financial Times" am Mittwoch. In dem Aufsichtsgremium sitzt inzwischen auch der kritische Großaktionär und US-Multimilliardär Carl
Icahn, der noch immer auf die vor einigen Monaten geplatzte
Übernahme von Yahoo durch Microsoft drängt.
Time-Warner: Verkauf von AOL
AOL und Yahoo hatten bereits während des Tauziehens zwischen Microsoft und Yahoo mehrfach miteinander über eine
Kombination ihrer Angebote gesprochen. Der AOL-Mutterkonzern Time Warner sucht seit langem eine neue Strategie für den Online-Anbieter und prüft auch einen Verkauf. Erst vergangene Woche sprach Time-Warner-Chef Jeff Bewkes von einer baldigen Entscheidung zur Zukunft von AOL. Yahoo ging inzwischen allerdings auch eine Kooperation mit dem Internet-Riesen Google bei Suchanzeigen ein, die noch von Wettbewerbshütern geprüft wird.
Großaktionär Icahn übt weiter Druck auf Yahoo aus
Microsoft hatte Yahoo für mehr als 40 Milliarden Dollar schlucken wollen. Die Yahoo-Spitze wies die Angebote aber mehrfach zurück, bis der Windows-Riese die Geduld verlor und die Gespräche abbrach. Mehrere Yahoo-Großaktionäre kritisierten ihr Unternehmen deshalb. Der streitbare Investor Icahn erreichte schließlich drei Sitze für sich und seine Vertreter im neu gewählten Yahoo-Verwaltungsrat, der sich zu Beginn der Woche erstmals traf. Über das Gremium will Icahn Druck auf Yahoo-Chef Jerry Yang ausüben.