Das Medienecho war gewaltig, als Christopher Schläffer in New York das weltweit erste
Google-Handy der Öffentlichkeit vorstellte. Der Vorstand für Produkt und Innovation im Hause
T-Mobile war gekommen, um "erneut die Vorreiterrolle im mobilen Internet" der Telekom-Tochter zu verkünden. Prominente Unterstützung erhielt er dabei von den beiden leicht verspäteten Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin, die auf Inline-Skates und kurzem Atem auf die Bühne rollten, um dem lang erwarteten Betriebssystem
Android ihren persönlichen Respekt zu zollen. "Das ist ein so guter Computer, wie Sie ihn vor ein paar Jahren noch zu Hause hatten", sagte Brin und schaute lächelnd auf das kleine HTC-Gerät in seiner Hand.
Keine Partystimmung bei Apple
Es besteht kein Zweifel, dass die Live-Berichterstattung von der Pressekonferenz auch in Cupertino, Kalifornien, über die Bildschirme flimmerte. Seit das G1 das Licht der Welt erblickte, herrscht im dortigen Apple-Hauptquartier reservierte Stille. Ob der iPhone-Hersteller mit Neid oder Gelassenheit auf die Nachricht reagierte, ist zur Stunde nicht klar – Partystimmung dürfte jedenfalls nicht herrschen.
Branchenbeobachter rund um den Erdball werten die Ankunft des Android-Neulings als deutliche Kampfansage in Richtung Apple. Die Gründe sind offenkundig: Die neue Generation der Smartphones definiert sich nicht länger allein über Technik – Unterstützung für
HSPA,
WLAN-Funktionalität und GPS-Module sind bei Geräten wie diesen heute serienmäßig an Bord.
Das T-Mobile G1 tritt gegen das iPhone 3G an. Bilder: HTC / Apple
Vielmehr avanciert die verwendete Software zum Alleinstellungsmerkmal, das sich ausschlaggebend auf den Kauf auswirkt. Wer einen direkten Vergleich zwischen dem T-Mobile G1 und Apples
iPhone 3G wagt, wird schnell Unterschiede feststellen: in der Technik, in den Anwendungen und im Design. Teilweise fallen die Differenzen sogar gravierend aus.