Es hatte sich bereits Ende vergangener Woche
angekündigt, jetzt wurden Nägel mit Köpfen gemacht:
SMS sollen innerhalb der EU-Staaten künftig um 60 Prozent billiger werden und höchstens elf Cent kosten dürfen. Dies will die EU-Kommission für rund 500 Millionen Handynutzer in den 27 EU-Staaten erzwingen, sagte
EU-Kommissarin Viviane Reding am Dienstag in Brüssel. Die Obergrenze
von maximal elf Cent pro Textnachricht soll ab Juli 2009 gelten
Sekundentakt soll kommen
In weiteren Schritten sollen auch die Kosten für Telefongespräche weiter sinken. Ab 2012 auf 34 Cent für ein abgehendes und auf zehn Cent für ein angenommenes Gespräch. Derzeit dürfen Anrufe im Rahmen des
Eurotarifs maximal 46 Cent pro Minute und angenommene Gespräche höchstens 22 Cent kosten. Außerdem will die Kommission, dass künftig (deutlich vor 2012) die Gespräche sekundengenau abgerechnet werden: Bisher zahlten die Verbraucher wegen Abrechnungen beispielsweise im Minutentakt rund 24 Prozent zu viel.
Sofort nach der Bekanntgabe des Vorhabens gab es Kritik aus der Branche. "Da ist Kommissarin Reding etwas über das Ziel hinausgeschossen», sagte ein Unternehmenssprecher der
E-Plus-Gruppe. In Deutschland koste eine SMS im Schnitt 16 Cent plus Mehrwertsteuer. "Dadurch entsteht die paradoxe Situation, dass eine Auslands-SMS für Deutsche billiger als ein SMS im Inland werden könnte." Reding verteidigte das Vorgehen der Kommission: "Wir würden nicht eingreifen, wenn die Industrie nicht so exzessive Preise berechnen würde."