Dass es kein Kavaliersdelikt ist, einen Hollywood-Blockbuster über
Peer-2-Peer-Netzwerke zu tauschen, hat jetzt ein 33-jähriger Japaner aus der Küstenstadt Sendai zu spüren bekommen. Er habe gegen das japanische Urheberrechtsgesetz verstoßen, indem er den Film "Wanted" über die
Filesharing-Software Winny zum Download angeboten habe. Das berichtet die Japan and International Motion Picture Copyright Association (JIMCA).
Harte Strafe erwartet
Demnach handele es sich um die erste Verhaftung, die auf Basis eines in Japan noch nicht freigegebenen Films durchgeführt wurde. Während "Wanted" beispielsweise in deutschen Kinos bereits angelaufen ist, findet die Premiere in Japan erst am 20. September statt. Der Beschuldigte gab in einer ersten Vernehmung die Filesharing-Nutzung zu. Er muss im Falle einer Verurteilung mit bis zu zehn Jahren
Gefängnis beziehungsweise einer Geldstrafe in Höhe von zehn Millionen Yen rechnen. Das entspricht umgerechnet rund 66.000 Euro.
Die Urheberrechtsverletzung sei bereits Anfang Juli registriert worden, teilte die JIMCA weiter mit. Vermutlich handele es sich um eine Kopie, die in einem amerikanischen Kino mit einer Kamera abgefilmt und anschließend mit einem japanischen Untertitel versehen wurde. Die Einbindung der Untertitel wird dem Beschuldigten vorgeworfen. Außerdem wird er verdächtigt, bei anderen Filmen ähnlich vorgegangen zu sein und über Winny verbreitet zu haben.
Hayo Lücke