Zwei aktuelle Studien haben sich wieder einmal mit der Frage beschäftigt, wer das Internet wie nutzt. Eine Sonderauswertung der Nutzungsstudie
(N)Onliner Atlas 2008 hat ergeben, dass Menschen ausländischer Herkunft ebenso häufig zu den Internet-Nutzern zählen wie Deutsche.
Ältere Frauen unterrepräsentiert
Zugewanderte, die bereits in der zweiten Generation in Deutschland leben, surfen demnach sogar häufiger (75,3 Prozent) im Netz als Deutsche (64,3 Prozent). Diese Zahlen würden allerdings dadurch relativiert, dass junge Menschen das Internet generell am meisten nutzen und die deutschen Befragten im Schnitt zehn Jahre älter seien als die Migranten. Am seltensten online sind Zuwanderer der ersten Generation, und zwar in allen Altersgruppen. Ausländische Frauen über 50 Jahre und ältere Zugewanderte mit geringer Bildung sind der Studie zufolge kaum im Netz unterwegs.
Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, sagte, die Ergebnisse gäben Antwort auf die Frage, ob Zuwanderer überhaupt über das Internet angesprochen werden können. Allerdings sei nach wie vor unbekannt, welche Inhalte genutzt würden – also, ob Migranten auch auf deutsche Seiten oder nur auf solche aus ihrem Heimatland zugreifen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Für die Studie wurden mehr als 50.000 Personen interviewt, davon 8.000 ausländischer Herkunft. Befragt wurden nur Menschen, die Deutsch sprechen.