Die Deutsche Telekom will nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) höhere Gebühren von ihren Konkurrenten verlangen. Das Telefonieren mit Billiganbietern könnte dadurch kostspieliger werden.
Call by Call bald teurer?
Nach dem inzwischen von der Telekom bestätigten Bericht, fordert der Bonner Konzern von der Bundesnetzagentur eine deutliche Anhebung der Gebühren, die sie für die Zusammenschaltung fremder Netze mit dem eigenen Telefonnetz in Rechnung stellt. Für die beiden wichtigsten Tarifzonen sollten die Minutenpreise um jeweils rund zehn Prozent steigen. Call-by-Call-Anbieter wären dann möglicherweise gezwungen, die höheren Vorleistungskosten an die Endkunden weiterzugeben. Die "FAZ" beruft sich auf die Antragsunterlagen der Telekom für die Netzagentur.
Angesichts des scharfen Wettbewerbs sehe die Telekom die Schmerzgrenze erreicht: "Eine flächendeckende Netzinfrastruktur
vorzuhalten, hat einen Preis. Und die Kosten dafür kann die Deutsche
Telekom nicht alleine tragen", wird Festnetzvorstand Timotheus
Höttges zitiert. Die Zusammenschaltungsgebühren bringen dem Blatt
zufolge der Telekom jedes Jahr Einnahmen in dreistelliger
Millionenhöhe.
Auch die um Arbeitsplätze in der Telekom besorgte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mache gegen die Netzagentur mobil.
"Die Regulierung muss jetzt ein Zeichen setzen. Es geht nicht nur
um möglichst niedrige Preise. Die Telekom braucht Luft zum Atmen, um
in die Zukunft investieren zu können", sagte ver.di-Bundesvorstand
Lothar Schröder laut "FAZ".
Um was geht es genau?
Konkret geht es um die so genannten Interconnection-Entgelte. Diese Entgelte fallen bei Anrufen aus Telefonnetzen von Wettbewerbern in das Festnetz der Deutschen Telekom an. Die Höhe der Entgelte - zwischen 0,43 und 0,71 Cent - wurde zuletzt vor zweieinhalb Jahren von der Bundesnetzagentur festgelegt; die Genehmigung läuft bis Ende November. Eine Sprecherin der Behörde sagte, dass die Netzagentur die beantragten Entgelte prüfen und sich dann dazu äußern werde.
Hayo Lücke
/ dpa