Mit einem neuen Internet-Fernsehen will das
Europaparlament Bürger und Wähler besser erreichen. "Niemals hat sich deutlicher abgezeichnet, dass wir den Bürgern der EU unsere Arbeit näher bringen müssen", sagte Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering (CDU) am Mittwoch in Brüssel beim Start von "
Europarltv".
Teuer aber wichtig
In rund 20 Sprachen werden unter dem Motto "Dein Parlament" viele Aspekte der Parlamentsarbeit dargestellt. Das seit drei Jahren vorbereitete Projekt kostet pro Jahr neun Millionen Euro. "Der Dialog mit den Zuschauern ist entscheidend", sagte Pöttering.
Der Internetkanal hat Rubriken wie "Deine Stimme", "Junges Europa" oder "Parlament live". Neben den aktuellen Debatten wird erklärt, wie die Vollversammlung des Parlaments funktioniert. Außerdem gibt es "Mitmach"-Sparten, wo Jugendliche zum Beispiel über illegale Einwanderung diskutieren.
Europawahlen im Blick
"Wir dürfen nichts unversucht lassen, das Interesse für die Europawahlen und damit auch für die Wahlbeteiligung zu erhöhen", sagte Pöttering. Die Wahlen finden im Juni 2009 statt. Besonders die Jugend als intensiver Internetnutzer sei eine wichtige Zielgruppe. "Auch die Wähler von morgen sollen spüren, dass Europapolitik keine trockene Materie ist, sondern Spaß macht."
"Der Bürger soll in das Zentrum der europäischen Politik gestellt werden," sagte die Vorsitzende des Parlaments-Kulturausschusses, Katerina Batzeli. Mehr als die Hälfte der 500 Millionen EU-Bürger habe inzwischen Zugang zu
Breitband-Internet, betonte Parlaments-Vizepräsident Alejo Vidal Quadras. Deshalb habe "Europarltv" ein Potenzial von vielen Millionen Zuschauern. "Europas Bürger haben ein Recht darauf, informiert zu sein und zu sehen was im Europaparlament passiert, das sie gewählt haben", sagte Vidal Quadras.