Nach der
Preissenkung in den USA will Microsoft mit einer deutlichen Preissenkung auch in Deutschland den führenden Konsolenhersteller Nintendo angreifen. Das Standardmodell der
Xbox 360 koste ab Freitag 239,99 statt 279,99 Euro und sei damit zehn Euro günstiger als die
Wii von Nintendo, erklärte das Unternehmen am Dienstag in München. Auch die Preise der anderen Modelle sinken. Microsoft wolle die Konsole "massentauglich" machen, sagte Martin Bachmayer, kommissarischer Deutschland-Chef der Unterhaltungssparte.
Preisfall hält an
Das ohne Festplatte verkaufte Einsteigermodell
Xbox 360 Arcade kostet nun 179,99 statt 199,99 Euro, die am besten ausgestattete Version Elite 299,99 statt 349,99 Euro. Rivale Nintendo empfiehlt dem Handel für die Wii einen Preis von 250 Euro. Sonys
Playstation 3 kostet mit 80-Gigabyte-Festplatte rund 400 Euro.
Im August hatte Microsoft auf der Computerspielemesse Games Convention in Leipzig noch angekündigt, die Preise stabil zu halten.
Den Sinneswandel erklärte Bachmayer damit, dass der Hersteller neben der Kernzielgruppe künftig vermehrt auch Gelegenheitsspieler erreichen will. "Um mit Musik- und Familienspielen massentauglich zu sein, musste der Preis runter."
Auswirkungen der US-Preissenkung als Vorbild
Zudem habe man mit einem solchen Schritt in den USA gute Erfahrungen gemacht. Nach einer Reduzierung von fast 30 Prozent verkaufte das Unternehmen dort laut den Marktforschern von NPD doppelt so viele Geräte wie zuvor.
Microsoft hofft, sich mit diesem Schritt von Sony absetzen zu können. Zudem sehe man eine Chance, Nintendos Wii anzugreifen. Bachmayer zufolge liegen Microsoft und Sony mit den monatlichen Verkäufen ihrer Hightech-Konsolen mehr oder weniger gleichauf. Genaue Marktzahlen geben die Unternehmen nicht bekannt. "Das Geschäft in Deutschland läuft gut, wir wollen noch mal Öl ins Feuer gießen", so Bachmayer.
Gewinn durch Spiele
Das US-Unternehmen will durch die Vergrößerung der Kundenbasis mehr Umsatz erzielen. "Wir verkaufen sieben bis acht Spiele pro Konsole", so Bachmayer. Damit liege man vor den Konkurrenten Nintendo und Sony. Das Unternehmen verdiene zudem am Verkauf von Zubehör sowie den Abonnement-Gebühren und Verkäufen durch den Online-Dienst Xbox Live.