Sicherheits-Experten haben eine Langzeitstudie zum Thema Internet-Bombenbau erstellt. Ergebnis: Allein in Deutschland förderten Spezial-Suchmachinen 509.421 Anleitungen zum Bomben- und Sprengstoffbau zu Tage. Im Jahre 1998 waren es noch 286. Und die Fachleute sind sich einig: Mehrere Todesfälle und zahlreichen Verletzungen der meist jugendlichen Nachbauer gehen auf das Konto der Anleitungs-Verfasser.
Zündung per GPS und Handy
Wie Fachleute der Sicherheitsfirma Pan Amp aus Hamburg feststellten, haben viele Bombenbau-Anleitungen aus dem Internet inzwischen "militärisches Niveau" erreicht. Das gelte vor allem für die Anleitungen für Rohrbomben, die Jugendliche häufig zum Sprengen von Zigarettenautomaten, Mülleimern und Telefonzellen verwenden. Sie seien inzwischen semi-professionell mit Funk-,
Handy- und GPS-Zündung ausgestattet.
Allein in Berlin entdeckten die Online-Fahnder erst kürzlich 1.049 Einzelanleitungen, die sich alle auf einem einzigen Server befanden. "Sie stellen den gefährlichsten und zugleich unfassbarsten Einzelfund in Deutschland dar", so die Experten zu dem erschreckenden Fund.
Risiko Videoanleitung
Die Internet-Recherche wurde mit speziell entwickelten Bots durchgeführt, die jenseits der klassischen Suchmaschinen recherchieren. Denn diese, so die Fachleute, lieferten nur die Spitze des Eisbergs. Dabei gingen den Spezial-Suchern ganze Dateisammlungen unter makaberen Titeln wie "Der kleine Sprengmeister" oder "Supermarkt-Terror" ins Netz. Neben Texten und Bildern gewinnen zunehmend Videoanleitungen an Bedeutung, die Jugendliche erstellen und im Internet veröffentlichen.