Es gibt eine Impfung gegen Aids, Autos fliegen in Kürze über den Himmel und ein Großteil der Angestellten arbeitet von daheim aus. So haben sich Experten 1998 in der Delphi-Studie unser heutiges Leben vorgestellt. Das Magazin "Bild der Wissenschaft"
(Stuttgart/Oktoberausgabe) hat verglichen, welche Vorhersagen zehn Jahre später eingetroffen sind und welche Trends die Wissenschaftler und Unternehmer unterschätzten.
Unterschätzt: SMS, MP3 und Navis
Richtig lagen die Fachleute zum Beispiel damit, dass fast jeder heute E-Mails versendet, dass das menschliche Erbgut entziffert wurde und dass Digitalkameras und Flachbildschirme herkömmliche Apparate verdrängen. Andere Trends wie
SMS,
MP3-Player und Navigationsgeräte für Autos sahen sie dagegen nicht voraus.
Für die Delphi-Studie befragte das Karlsruher Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des Bundesforschungsministeriums damals rund 2.000 Experten von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Sie sollten einschätzen, bis wann es welche Fortschritte beispielsweise in der Medizin, dem Verkehr, der Raumfahrt, der Kommunikationstechnik und der Energieversorgung geben wird.
Autos fliegen nicht
Dabei herausgekommen sind mehr als 1.000 Thesen, von denen jedoch viele bis heute nicht eingetreten sind.
"Die Zukunft hat sich weniger stark verändert als gedacht", erklärt die ISI-Forscherin Kerstin Cuhls in dem Artikel. "Viele Innovationen dauern länger als vor zehn Jahren vermutet."