Sonntag, 14.09.2008 00:01

Makaber: Tote Kinder bleiben im Internet

aus dem Bereich Sonstiges
Auf der schwedischen Internetseite "The Pirate Bay" stehen amtliche Obduktionsbilder von zwei ermordeten Kleinkindern. Der Geschäftsführer der international bekannten Filesharing-Webseite, Peter Sunde, bestätigte am Dienstag in der Stockholm Zeitung "Aftonbladet", dass die Bilder weiter zugänglich bleiben sollen. Ein Nutzer hatte sie eingestellt. Der Vater der Ermordeten hatte öffentlich um ihre Entfernung gebeten - erfolglos.

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Durch Hammerschläge getötet

Der drei Jahre alte Max und seine einjährige Schwester Saga waren kurz vor Ostern in der Kleinstadt Arboga jeweils durch zahlreiche Hammerschläge getötet worden. Nach Überzeugung des zuständigen Gerichts in Västerås hat eine 32-jährige Studentin aus Hannover die Tat verübt. Die Mutter der Kinder wurde bei der Bluttat ebenfalls durch Hammerschläge schwer verletzt.

Der komplette Untersuchungsbericht der Staatsanwaltschaft von etwa 2.700 Seiten gilt nach dem in Schweden geltenden "Öffentlichkeitsprinzip" als Dokument, zu dem Einsicht gewährt werden muss. Justizministerin Beatrice Ask erklärte im Rundfunk, die Veröffentlichung von Bildern mit den ermordeten Kindern sei verabscheuungswürdig, aber nach geltendem Recht im Prinzip legal. Man müsse den Vorgang zum Anlass nehmen, die Regeln zu überdenken.

Vaterbitte als "dämliches Geschwätz" bezeichnet

Als der Vater der beiden getöteten Kinder bei Pirate Bay um die Entfernung der Fotos bat, antwortete ihm ein Verantwortlicher: "Was für ein dämliches Geschwätz. Nein, nein, und noch mal nein." Für diese Äußerung entschuldigte sich Pirate Bay, bestand aber auf der weiteren Veröffentlichung der Fotos.

Das schwedische Internetunternehmen gilt als einer der größten und bekanntesten Plattformen zum Austausch von Dateien (BitTorrent- Tracker). Pirate Bay ist wegen der in vielen Ländern illegalen Verbreitung vor allem von Filmen und Musik immer wieder ins Visier von nationalen Justizbehörden gekommen. In Italien ist die Seite seit Sommer gesperrt.
Dorothee Monreal / dpa
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 Legal, aber geschmacklos (8 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Pink_Panther am 15.09.2008 um 15:01 Uhr
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