Der weltgrößte Handy-Hersteller
Nokia baut seine Datendienste aus und verstärkt damit den Wettbewerb mit Rivalen wie Apple und Microsoft. Mit dem am Dienstag vorgestellten neuen Funktionen können unter anderem Kalenderdaten, Kontakte und Notizen sowie Fotos und Videos zwischen dem PC und einem Nokia-Telefon synchronisiert werden oder vom
Handy aus auf Daten zugreifen, die auf einem PC gespeichert sind. Nokia baut damit an einer Alternative zu ähnlichen Angeboten von Microsoft und dem iPhone-Hersteller Apple. Der finnische Konzern will sich verstärkt als Dienste-Anbieter etablieren, um die Abhängigkeit vom reinen Handy-Geschäft zu senken.
Ovi sorgt für Bedenken
Dafür entwickelte Nokia das Dienste-Portal Ovi (finnisches Wort für "Tür") mit Musik-, Navigations- und Spiele-Angeboten. Das groß angekündigte Projekt entwickelte sich in den vergangenen Monaten eher zögerlich, unter anderem wegen Problemen mit der Software. Zugleich sorgte der Plan für Spannungen zwischen dem Handy-Riesen und den Mobilfunkbetreibern, die in Ovi ein Eindringen in ihr Geschäft sahen.
Außerdem kommen speziell auf die Dienste zugeschnittene Nokia-Handys erst allmählich in den Markt.
Für Nokia wird der Vorstoß ins Dienste-Geschäft unterdessen dringlicher. Weil sich das Wachstum der Mobilfunk-Märkte vor allem auf die Schwellenländer beschränkt, sinken die Einnahmen der Hersteller pro verkauftem Handy stetig. Erst am Freitag hatte Nokia die Prognose für den eigenen Weltmarktanteil
senken müssen.
Konkurrenz für MobileMe
Das Nokia-Angebot ähnelt stark Apples Dienst
MobileMe, bei dem Nutzer ebenfalls ihre Termine synchronisieren, Daten speichern oder Fotos hochladen können. MobileMe bietet allerdings auch einen E-Mail- Service. Dafür sind die Ovi-Funktionen in der Basisversion kostenlos, während MobileMe eine Jahresgebühr kostet. Apple hatte in den vergangenen Monaten massive Probleme beim Anlauf des Dienstes eingeräumt.
Hayo Lücke
/ dpa