Dienstag, 09.09.2008 17:01

A-Space: Zugriff nur für Spione

aus dem Bereich Sonstiges
Schießen kann James Bond – aber ob er auch klicken kann? Das wird sich bald zeigen, wenn 007 und Kollegen einander in einer neuen Community begegnen, Informationen austauschen, Bilder verschicken und Seilschaften knüpfen. Am 22. September geht A-Space ins Netz. Kein neuer Kinofilm, sondern ein Netzwerk nach Facebook und YouTube-Vorbild. Mit einem Unterschied: A-Space ist "top secret" – und nur für US-Geheimdienste gedacht.

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"Unter ihresgleichen laut nachdenken"

Die Idee: Mitarbeiter von 16 Geheimdiensten, darunter CIA, FBI und der National Security Agency erhalten ein Forum, um dort zügig wichtige Informationen austauschen zu können oder das Vorgehen des US-Militärs in Krisenregionen zu diskutieren. Michael Wertheimer von der National Intelligence for Analysis: "Die Plattform gibt Geheimdienst-Mitarbeitern erstmals Gelegenheit, unter ihresgleichen laut nachzudenken – beschirmt von der A-Space Community".

Wenn beispielsweise ein neues Osama Bin Laden-Video auftauche, könnten Spione einander via Netzwerk wichtige Hinweise bezüglich der Begleitumstände geben. Drehort, Herstellung und Darsteller könnte man möglicher Weise schneller identifizieren. Vielleicht könnte man sogar Anschläge vermeiden, so Wertheimer gegenüber dem amerikanischen Nachrichtensender CNN.

Zutritt nur für Befugte

Das Projekt wurde mehrere Monate gestestet und quer durch alle Altersstrukturen gut angenommen, teilte Wertheimer weiter mit. Dies sei umso erstaunlicher, als vornehmlich junge Menschen mit öffentlichen sozialen Netzwerken vertraut seien.

Dass nur Befugte Zugriff auf das Portal erhalten, liegt auf der Hand. Wie Wertheimer versicherte, werden nur Agenten mit begründetem Zugriffsbedarf zugelassen. Außerdem sind nicht näher spezifizierte Sicherheitsüberprüfungen vorgesehen. Denn wenn sich Hacker zu einem solch sensiblen Portal Zugriff verschafften, wären die Folgen wohl unabsehbar.

Für den privaten Kollegen-Plausch ist A-Space an sich nicht gedacht. Verboten ist er aber auch nicht. So sieht man vielleicht bald James Bond und Kollegen am Rechner sitzen und an ihrem A-Space Profil "stricken". Und vielleicht ist auch der ein oder andere Online-Flirt mit Miss Moneypenny drin.
Dorothee Monreal
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