Die Statistik müsste beunruhigen: Von 6,3 Milliarden Seitenaufrufen im Januar sind bei dem verbreiteten
Sozial-Netzwerk Studi-Verzeichnis (VZ) im August nur noch 4,2 übrig. Das geht aus einer Statistik hervor, die die "FAZ" in ihrer Online-Ausgabe veröffentlicht. Auch schuelerVZ verzeichnet demnach sinkende Klicks.
"Nutzung verbessert"
Die Portalbetreiber nehmen es gelassen: Der Rückgang der Seitenaufrufe sei nicht auf sinkende Beliebtheit, sondern auf technische Verbesserung zurückzuführen. Dadurch würde die Nutzung vereinfacht, die Hits hingegen gingen zwangsläufig zurück.
"Die AJAX-Technologie verlangt vom Nutzer wesentlich weniger Klicks", erklärt sich VZ-Chef Markus Riecke den Hit-Schwund. Die Webtechnologie AJAX ermöglicht es, Teile einer Webseite neu anzuzeigen, ohne sie komplett neu laden zu müssen. Musste zuvor beispielsweise jedes Foto in einem Album einzeln angeklickt werden, so gebe es nun Fotostrecken im Diashow-Format, die pro Nutzung nur einen Seitenaufruf erzeugen.
"Studis" gingen zu meinVZ
Ein Teil des Rückgangs sei auch auf das Abwandern von Nutzern auf das neue Netzwerk meinVZ zurückzuführen, das seit Februar 2008 online ist, so Riecke. Es richtet sich vor allem an die poststudentische Zielgruppe, also diejenigen, die die Uni-Tür endgültig hinter sich zugezogen haben. Die Portalbetreiber geben an, die Mitgliederzahl von meinVZ sei im Vergleich zum Juli um 27 Prozent auf 1,4 Millionen gestiegen. Sie rekrutieren sich zur Hälfte aus ehemaligen studiVZ-Nutzern, gab Riecke gegenüber der "FAZ" bekannt.
Obwohl AJAX auf allen drei Portalen eingeführt wurde, sind die Klicks auf meinVZ konstant geblieben. Also doch sinkendes Nutzerinteresse? Die Betreiber bestreiten dies und betonen, schuelerVZ und studiVZ belegten immer noch die vorderen Plätze der deutschen Klickrangliste.
Seitenaufrufe seien außerdem nur einer von mehreren Erfolgsfaktoren, betont Riecke: "Verweildauer, Mitgliederzahlen und einfache Bedienbarkeit sind uns mindestens ebenso wichtig."
Die beliebte VZ-Gruppe umfasst die drei Netzwerke schuelerVZ,
studiVZ und
meinVZ. Dort treffen, chatten und informieren sich vor allem Internetnutzer zwischen 12 und 45 Jahren. StudiVZ zählt 5,6 Millionen Mitglieder, während sich auf der Schüler-Plattform 4 Millionen Nutzer tummeln.