Um
Second Life, die einstmalige Vorzeige-3D-Welt im Internet, ist es ruhig geworden. Andere Projekte haben sich in der Zwischenzeit ihren Platz im Netz erobert. Auch deutsche 3D-Communities wie
sMeet aus Berlin sind mit neuen Konzepten an den Start gegangen. Eine besonders hochgesteckte Aufgabe hat sich die ebenfalls aus Berlin stammende 3D-Welt
Twinity vorgenommen: Berlin soll virtuell und hausnummerngenau per Avatar erlebbar sein.
Twinity startet 3D-Berlin
Die Berliner Metaversum GmbH, Betreiber von Twinity, hat die bisher nur in einer geschlossenen Beta-Phase zugängliche dreidimensionale Online-Welt nun als Public Beta geöffnet. Jedermann kann jetzt nach einer kostenlosen Registrierung per Avatar durch die Straßen Berlins wandeln. Ganz offiziell eröffnet wurde das aus Millionen Pixeln erschaffene Berlin durch Übergabe des "Stadtschlüssels" an den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit.
Bekannte Bauwerke integriert
Das Brandenburger Tor in Twinity.
Bild: Twinity
"Innovative Projekte aus Berlin wie Twinity machen es möglich, dass Menschen aus aller Welt die Kreativmetropole Berlin auch im Internet erleben können. Berlin öffnet sich auf diese Weise in einer ganz neuen Dimension", sagte Wowereit auf einer Pressekonferenz.
Bekannte Berliner Plätze und Bauwerke sind in Twinity bereits vorhanden. So lassen sich etwa das Brandenburger Tor und der Alexanderplatz besichtigen. Die Avatare können in Bars und Clubs einkehren oder sich in die bunte Einkaufswelt Berlins stürzen. Weitere Inhalte sollen während der laufenden öffentlichen Beta-Phase hinzukommen.
Zwei Jahre Entwicklungszeit
Berlin ist die erste Stadt, die in Twinity digital nachgebildet wurde. Rund 10.000 Mitglieder haben sich schon angemeldet, um sich einen Platz im virtuellen Berlin zu sichern. Derzeit würden rund zehn Quadratkilometer der Stadt in Twinity graphisch abgebildet. Laut der Zeitung "Der Tagesspiegel" hat Metaversum zwei Jahre Entwicklungszeit in das Projekt investiert. "Jedes Haus befindet sich online genau an der Stelle, an der es auch im realen Leben steht", so Metaversium-Chef Jochen Hummel.
Der Zutritt zum rechnergenerierten Berlin ist erst ab 18 Jahren möglich, ein Rotlichtviertel soll es bei Twinity aber nicht geben. Twinity ist derzeit nur für die Nutzung mit Windows XP oder Vista konzipiert worden. Zu Beginn muss eine rund 125 Megabyte große Installationsdatei mit der Twinity-Software heruntergeladen werden. Ein Gigabyte Arbeitsspeicher oder mehr wird vorausgesetzt. Eine schnelle 3D-Grafikkarte ist anzuraten, damit der Avatar sich nicht ruckelnd durch Berlin bewegt. Weitere Städte sollen demnächst folgen. Gedacht wird an Singapur und London.
Der Twinity-Avatar landet per Teleport mitten in Berlin.
Screenshot: onlinekosten.de