Das vor allem für Kinder in Entwicklungsländern gedachte Billig-Notebook
XO soll demnächst auch über den weltgrößten Online-Einzelhändler Amazon.com verkauft werden. Das bestätigte der Gründer der Initiative One Laptop Per Child (OLPC), Nicholas Negroponte, der US-Zeitung "Boston Globe".
Für das Weihnachtsgeschäft
Nähere Details nannte er nicht. Ein leitender OLPC-Mitarbeiter hatte zuvor dem Branchendienst IDG gesagt, das bunte XO-Notebook werde
voraussichtlich von Ende November bis Ende Dezember bei Amazon
erhältlich sein. Passend zum lukrativen Weihnachtsgeschäft also.
Die Zusammenarbeit mit Amazon könnte für die Initiative, deren Ziel es ist, Millionen Kinder in Entwicklungsländern mit Computern auszurüsten, eine große Hilfe sein. Der Online-Einzelhändler verfügt
über eine effiziente Logistik, während OLPC zuletzt Probleme hatte,
die Notebooks ohne Verzögerungen zu liefern. Das Projekt liegt bisher
weit hinter den ursprünglichen Zielen zurück. Statt Millionen sind
derzeit einige Hunderttausend Laptops ausgeliefert worden, die
Regierungen der Entwicklungsländer, die als Hauptkunden vorgesehen
waren, halten sich mit Bestellungen zurück.
Ein Spendenprojekt
Das liegt zum einen daran, dass die Entwicklung des Notebooks länger als geplant gedauert hat und der Preis mit 200 Dollar auch doppelt so hoch ist wie vorgesehen. Außerdem konterten etablierte Unternehmen der Computerbranche mit eigenen Billig-Laptops. OLPC setzte deswegen ein Programm in Gang, dass sich vor allem an Privatkunden richtet. Sie können ein XO-Notebook kaufen, wenn sie gleichzeitig eins spenden. Auf diese Weise sollen bisher 100.000 Computer gespendet worden sein. In der Kooperation mit Amazon soll der XO den Angaben zufolge auch nach diesem Modell verkauft werden.
Hayo Lücke
/ dpa