Internet und
Google, diese Begriffe sind heute nicht mehr zu trennen. Im Akkord stellt der Konzern aus Kalifornien neue Produkte vor, zuletzt seinen eigenen Internet-Browser
Chrome. Doch trotz aller nützlichen und zumeist kostenlosen Anwendungen für Email und Textverarbeitung, trotz der Portale für Videos, Fotos und Blogs - Geld verdient Google fast ausschließlich mit der Werbung in seiner Suchmaschine. Vor zehn Jahren, am 7. September 1998, legten Larry Page und Sergey Brin mit der Gründung von Google Inc. den Grundstein für den heutigen Erfolg.
Aufstieg zum Milliardenkonzern
Große Zuneigung war es nicht, die Page und Brin, beide Jahrgang 1973, anfangs verband. Als sich die Informatik-Doktoranden 1995 an die Elite-Universität Stanford kennenlernten, stritten sie über fast jedes Thema. Eins schweißte sie aber zusammen - die Frage, wie man in einem Datenberg wie dem Internet relevante Informationen findet. Sie entwickelten die Vision von einem Service, mit dem man alle verfügbaren Informationen auf der Welt organisieren und universell zur Verfügung stellen kann. In einem Projekt entwarfen sie eine Suchmaschine, deren Konzept Google zugrundeliegt. Die Kern-Idee: Je öfter per Hyperlink auf eine Website verwiesen wird, desto wichtiger muss sie sein. Das zu messen, war eine komplexe Aufgabe - Page und Brin meisterten sie als erste.
Nach einer Testphase an der Uni wagten die beiden den Sprung in die weite Internet-Welt. Mit 1,1 Millionen Dollar Risikokapital - darunter einem Scheck über 100.000 Dollar vom deutschen Informatiker Andy Bechtolsheim - im Rücken gründeten sie eine Firma und zogen in eine Garage in Menlo Park, Kalifornien. Wie gut ihre Arbeit war, zeigte sich bald: Zwei Jahre später war Google die führende Suchmaschine im rasant wachsenden Internet, nicht zuletzt dank einer
Kooperation mit
AOL.
Aus Nutzern Geld machen
Page und Brin standen jedoch vor einem Problem, an dem schon viele Internet-Gründer gescheitert sind: Wie macht man aus den zahlreichen Nutzern Geld? Die simple wie clevere Antwort: Indem man Kleinanzeigen verkauft, die genau in den Kontext der Suchbegriffe passen. Über das System
AdWords können Werbende festlegen, bei welchen Begriffen ihre Werbung erscheinen soll. Der Preis wird über ein Auktionsverfahren ermittelt. Zahlen müssen sie nur, wenn der Nutzer auch klickt.
"Google hat einen eigenen Markt entwickelt, den es vorher nicht gab", sagt Veit Siegenheim, Berater bei Accenture und Co-Autor des Buches "Die Google-Ökonomie". Werbung im Netz lohnte sich erstmals auch für kleinste Unternehmen. Die Erlöse pro Klick beginnen heute laut Siegenheim bei wenigen Cent, reichen aber bis hin zu 80 Dollar, die etwa einige US-Anwälte locker machen.
Hohe Reichweite plus geschickte Vermarktung von Werbung auf der eigenen Seite wie auch bei Partnern - das war die Erfolgsformel. Die sprudelnden Gewinne investierte Google zu einem guten Teil in Zukäufe und die eigenen Ingenieure. Erst so konnte das Unternehmen Produkt nach Produkt auf den Markt bringen und zum allumfassenden Internet-Konzern werden, der dem Windows-Riesen
Microsoft den Rang streitig macht.