Es ist gerade einmal gut eine Woche her, seit die Marktforscher von Gartner bekannt gaben, dass
Nokia seinen Marktanteil unter den Handyherstellern
ausbauen konnte. Ausgerechnet Nokia selber sorgt jetzt für Entsetzen bei den eigenen Anlegern.
Aktienkurs auf Talfahrt
Der weltgrößte Handy-Produzent hat die Prognose für seinen Marktanteil für das dritte Quartal gesenkt und damit die Aktie auf Talfahrt geschickt. Der Marktanteil werde im laufenden Vierteljahr niedriger als im zweiten Quartal sein, teilte Nokia am Freitag mit.
Nokias Anteil am weltweiten Handymarkt war im zweiten Vierteljahr
auf 40 Prozent gestiegen nach 39 Prozent im Vorquartal. Allerdings
erlöste der Branchenprimus nur noch 74 Euro pro Handy nach 79 Euro,
was neben dem höheren Anteil an Billighandys für die Schwellenländer
auch den ungünstigen Wechselkursen geschuldet war.
Nokia führt nun als Hauptgrund für den erwarteten Rückgang beim
Marktanteil an, sich mit einigen «aggressiven Wettbewerbern» keinen
Preiskampf liefern zu wollen. Zudem habe es zeitweise Probleme in der
Modellpalette gegeben durch eine längere Anlaufzeit bei einem neuen
Nokia-Handy im mittleren Preissegment.
Für das Gesamtjahr 2008 halten die Finnen an ihrem Ziel fest, den Anteil am Handy-Markt zu steigern. Die Aktie gab in einer ersten Reaktion um mehr als zehn Prozent nach.
Nokia kauft Symbian
Doch es gibt auch positive Nachrichten aus Finnland. Nach übereinstimmenden Medienberichen hat Nokia die Komplettübernahme von Symbian abgeschlossen. Als letztes Unternehmen trag Samsung seine Symbian-Anteile ab. Das hatte zuvor unter anderem auch schon Sony-Ericsson getan.
Hayo Lücke
/ dpa