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Forderung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach einem Verbot sogenannter Killerspiele sorgt für Zwist in den eigenen Reihen. Eine Gruppe junger Politiker der Unions-Bundestagsfraktion lehnt den Vorschlag knapp drei Wochen vor der Landtagswahl in Bayern strikt ab.
Illegale Nutzung würde gefördert
Die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär, der Junge Union-Vorsitzende Philipp Mißfelder und der Chef der Jungen Gruppe der Union im Bundestag, Marco Wanderwitz (CDU), forderten in Berlin mehr Aufklärung statt eines Pauschalverbots von Gewalt-Computerspielen.
"Der illegalen Nutzung und Verbreitung wird durch ein Verbot Tür und Tor geöffnet", teilte Bär der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. "Das kann nicht im Sinne Joachim Herrmanns sein." Mißfelder warnte davor, eine Wachstumsbranche wie die Computerspiel-Industrie "an den Pranger zu stellen". "Computerspiele für schlechte schulische Leistungen und Gewaltausbrüche verantwortlich zu machen, bedeutet die pauschale Verurteilung eines ganzen Wirtschaftszweiges", kritisierte Mißfelder. Experten stuften rund fünf Prozent der Computerspiele als
bedenklich ein. Wanderwitz sagte, Kinder müssten besser über die Risiken solcher Computerspiele aufgeklärt werden.
Verbot sei Teil der Koalitionsvereinbarung
Der bayerische Innenminister und der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl bezweifeln die Wirksamkeit der freiwilligen Selbstkontrolle der Spielehersteller. Herrmann hatte am vergangenen Montag darauf verwiesen, dass ein Verbot von "Killerspielen" im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei.
Michael Posdziech
/ dpa