Die Hochzeit der guten, alten Videothek scheint vorüber. Komfortabler und trendy ist es mittlerweile Filme, TV-Serien, Dokumentationen oder Musikvideos online auszuleihen. Solche werbefreie Inhalte - zum zeitlich befristeten Verleih oder zum Kauf per Download - gibt es beim weltgrößten Internethändler Amazon schon seit
Ende 2006. Doch das ursprünglich als Online-Buchhandel gegründete US-Unternehmen erweitert nun seinen Service.
Inhalte auch per Streaming
Bereits im Mai war über die jetzt verkündeten neuen Features
spekuliert worden. Mit den ab sofort nutzbaren neuen Zugangswegen wappnet sich Amazon auch gegen die Konkurrenz von Apples Online-Service
iTunes.
Zunächst nur in den USA verfügbar, wird Amazons Video-on-Demand Dienst nicht mehr nur über eine spezielle Software nutzbar sein. Die rund 40.000 Filme und Serien umfassende Amazon-Medienbibliothek kann nun auch per Internetbrowser auf PCs und Macs genutzt werden.
Neue Zugangswege
Zusätzlich gibt es nun in einer Beta-Version auch die Möglichkeit, die geliehenen oder gekauften Inhalte via Sonys Streaminggerät Bravia Internet Video Link auf kompatiblen Sony
Bravia Fernsehern darzustellen. Dies funktioniere laut Amazon nahezu per Knopfdruck. Dazu müssten die Kunden lediglich auf die Internetseite www.amazon.com/videoondemand/bravia gehen und ihr Bravia-Gerät mit ihrem Amazon-Konto verbinden. Nachdem der Kauf erfolgt ist, kann das Video dann direkt gezeigt werden. Auch über die in den USA weit verbreiteten
TiVo Festplatten Set-Top-Box ist der Zugriff auf die Amazon-Videos möglich.

Amazon erweitert seinen Video-on-Demand Service.
Zum Vergrößern anklicken. Screenshot: onlinekosten.de
Zwei freie Schnupperminuten von jedem Film
Um den Kunden einen Einblick in den Inhalt der Filme zu geben, werden auf der detaillierten Produktseite zu jedem Titel die ersten zwei Minuten des Filmes kostenlos zu sehen sein. Innerhalb dieser Zeit kann sich der Nutzer entscheiden, ob der Film ausgeliehen oder direkt gekauft werden soll. Bestellte Titel werden automatisch der Nutzerbibliothek hinzugefügt, über die das Anschauen der Videos auch auf Browsern ermöglicht wird. Neben der Streaming-Option bleibt die Download-Möglichkeit über den Amazon Unbox Video Player bestehen. Dieser ermöglicht es, Videos auch dann anzusehen, wenn keine Verbindung zum Internet besteht.
"Wir arbeiten weiter daran neue, bequeme Wege für unsere Kunden zu finden, um digitale Filme und Serien anzuschauen", so Roy Price, Direktor von Amazons Videodienst. Das Feature, die Inhalte ohne vorhergehenden Download direkt sehen zu können, sei einer der meist nachgefragten Wünsche der Kunden gewesen. Amazon machte keine Angaben dazu, ob und wann der Video-on-Demand Service inklusive neuer Zugangswege auch außerhalb der USA zur Verfügung stehen wird. In Deutschland hatte Amazon sich erst im Juli von seinem Online-DVD-Verleih
getrennt.