Eine absolute Neuerung, die aber auch von Microsoft für die kommende Version 8 des
Internet Explorers vorgesehen ist, stellt die getrennte Verarbeitung eines jeden Browser-Tabs als eigenständigen Prozess im PC dar. Bringt eine Website einen Tab zum Absturz, muss nicht der gesamte Browser in die Knie gehen. Über den Task-Manager lässt sich der streikende Prozess ausfindig machen und separat beenden. Die anderen Tabs bleiben unangetastet.
Stabiles Programm
Außerdem lassen sich die einzelnen Tabs einfach aus dem aktuellen Browser-Fenster ziehen und dann in einem neugeöffneten Fenster weiterbearbeiten. Das zurücksortieren funktioniert genauso reibungslos und erleichtert insgesamt das gleichzeitige Arbeiten an mehreren Webthemen.
Flüchtige Daten
Für Sicherheit beim Surfen soll eine sogenannte "Sandbox" für jeden Browser-Tab sorgen. Für diesen Bereich, der etwas an die Sicherheitszonen beim Internet Explorer erinnert, kann man Websites bestimmte Rechte (Berechtigung für Cookies oder Anzeige von unsicheren Inhalten zum Beispiel) einräumen oder verwehren. Zudem aktualisiert Chrome regelmäßig Filter, die Malware- und Phishing-Seiten erkennen und weist mit einer Warnmeldung darauf hin.
Allerdings wird bei der Installation von
Google Chrome automatisch eine eindeutige Anwendungsnummer generiert, die zusammen mit Informationen zur installierten Versionsnummer und Sprache an Google übertragen wird. Dies geschieht auch bei jedem automatischen Update. Laut den Datenschutzrichtlinien werden auch in die Adressleiste eingegebene URLs oder Suchanfragen an Google gesendet, damit die Vorschlagsfunktion automatisch gesuchte Begriffe oder URLs empfehlen kann.
Datenschützer sehen hier eine weiter steigende Gefahr, dass Google ausgiebig Informationen einzelner User sammelt. Es ist vor allem die Ballung der verschiedenen Dienste bei einem Anbieter, die als problematisch angesehen wird.
Um diesen Zugriff auf Informationen über das persönliche Surfverhalten einigermaßen zu begrenzen, müssen einige Standardeinstellungen im Google Chrome angepasst werden. Zum einen können die Cookie-Einstellungen restriktiv eingestellt werden: Über das Chrome-Menü (Schraubenschlüssel), zu den Optionen, Registerkarte "Details", runterscrollen zum Absatz "Sicherheit", Cookie-Einstellungen auf Blockieren setzen. Dies schränkt natürlich auf manchen Seiten die Funktionalität ein.
An gleicher Stelle sollte man oben bei "Allgemein" das Senden von Nutzungsstatistiken und Absturzberichten deaktivieren. Außerdem kann die Vorschlagsfunktion der Adresszeile abgestellt werden, indem über den Menüpunkt "Optionen" bei den Grundeinstellungen und dem Punkt "Standardsuche - Verwalten" die Option unten "Automatische Vorschläge zur Vervollständigung..." deaktiviert wird.
onlinekosten.de mit Google Chrome. Screenshot: onlinekosten.de
Erstes Fazit
Google Chrome ist da, beeindruckt und ... braucht noch etwas Zeit. Die oberflächliche Reduzierung auf das Wesentliche, die Schnelligkeit und die Stabilität machen Appetit auf mehr. Die fehlende Möglichkeit Add-Ons einbinden zu können ist noch eines der größeren Mankos. Aber eine entsprechende Schnittstelle ist in Vorbereitung und wird Entwicklern die Möglichkeit eröffnen, dieses Open-Source-Projekt weiterzuentwickeln.
Und die ersten ernsteren Sicherheitsmängel, die beispielsweise das Ausführen schadhafter Programme durch zwei Klicks auf einer Website ermöglichen, sind auch bereits entdeckt worden. Deshalb kann man den Newcomer im Augenblick auch noch nicht als Standardbrowser empfehlen. Was aber bei der ersten Beta-Version nicht verwundern sollte. Google setzt einen neuen Maßstab und der in den Startlöchern stehende Internet Explorer 8 muss sich warm anziehen.
Ein gelungenes Debüt für Google - Welcome Chrome!