Im September 1998 kam mit dem "Rio Diamond PMP300" der erste vollwertige
MP3-Player auf den Markt. Das kleine und handliche Gerät konnte MP3-Dateien intern speichern und abspielen, was den Durchbruch für den Massenmarkt bedeutete. Zehn Jahre später gibt es in vier von zehn deutschen Haushalten einen MP3- oder MP4-Player und in diesem Jahr sollen knapp sieben Millionen weitere Abspielgeräte verkauft werden.
Siegeszug mit Verspätung
Der große Vorteil der MP3-Player bestand vor allem in der Speichertechnik. Das weitgehend in Deutschland entwickelte Komprimierungsformat für Audiodaten, MP3, sorgte für wesentlich kleinere Datenmengen ohne hörbare Verluste bei der Qualität. Als Tonträger wurden erstmals die gegen Erschütterungen unempfindlichen
Flash-Speicher eingesetzt. Damit waren die Zeiten leiernder Kassetten und springender CDs vorbei. Bereits 1995 hatte die deutsche Firma Pontis den ersten tragbaren MP3-Player konstruiert. Der "MPlayer3" fand allerdings nicht die gewünschten Abnehmer. Er war zu teuer und zu unpraktisch. Das Gerät hatte damals keinen eigenen Speicher und als Tonträger fungierten Multimedia-Cards, die in die vorgesehenen Schächte gesteckt werden mussten. Erst drei Jahre später gelang der Technik mit dem "PMP300" der Durchbruch.
Kurz nach Einführung des MP3-Players hat der Markt auch in Deutschland regelrecht abgehoben. Die Wachstumsraten lagen bei mehreren hundert Prozent pro Jahr. Ihren Höhepunkt erreichte die Nachfrage im Jahr 2005. Damals wurden 8,4 Millionen Geräte für insgesamt fast 700 Millionen Euro verkauft. Inzwischen sind die Player in zahlreiche andere Geräte wie Handys, Autoradios oder Navigationssysteme integriert.
Das Gesicht des Erfolgs: der iPod
MP3- und MP4-Player Umsatz. Bild: BITKOM
"Heute sind die handlichen Abspielgeräte aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. In 41 Prozent aller Haushalte in Deutschland befindet sich mindestens ein MP3- oder ein MP4-Spieler", sagte Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, Präsident des Verbandes BITKOM. Nach einer aktuellen Studie von BITKOM und Roland Berger Strategy Consultants, gingen von 2005 bis 2007 in Deutschland annähernd 24 Millionen Geräte über die Ladentheken. Das allgegenwärtige Aushängeschild der MP3-Player ist dabei der "iPod" von
Apple. Bis Ende 2007 sind seit der Einführung des Trendsetters im Oktober 2001 weltweit mehr als 140 Millionen der verschiedenen Modelle wie Classic, Touch, Mini oder Shuffle verkauft worden.
Im Sog des Erfolgs der MP3-Player kamen noch andere neue Angebote auf den Markt. So entwickelte sich das Radio zum Mitnehmen, der sogenannte
Podcast. Aus dem Internet können dabei Radiosendungen oder andere Audio-Angebote direkt auf den MP3-Spieler geladen werden. Auch neue Online-Musikportale wie iTunes oder Musicload verdanken ihren Erfolg letztlich den kleinen Geräten.