Die Besucher der IFA bekommen aber neben reinen IPTV-Lösungen wie
T-Home Entertain auch etliche Internet-Anwendungen auf dem
Fernseher zu sehen, bei denen herkömmliche TV-Signale mit kleinen
Anwendungen aus dem Internet kombiniert werden. So kündigte der
japanische Elektronikkonzern Panasonic ein
neues TV-Gerät seiner Viera-Reihe an, mit dem per Knopfdruck Dienste des Internetgiganten Google wie die Video-Plattform YouTube, eine Wettervorhersage oder Finanznachrichten aufgerufen werden können. Außerdem können über den Panasonic-Fernseher Videos des Senders Eurosport in HD-Auflösung aus
dem Netz geladen werden.
Widgets von Yahoo
An den guten, alten Videotext, der vor 28 Jahren in Deutschland
eingeführt wurde, erinnert Samsung mit der Funktion "InfoLife": Auch
hier kann der Zuschauer über die Fernbedienung Nachrichten,
Börsenkurse oder den Wetterbericht aus dem Internet holen. Die
Inhalte liefert hier der Web-Konzern
Yahoo!. Zudem baut der koreanische Hersteller eine Bibliothek mit Informationen zu Themen wie Kochen, Spielen oder Fitness ein.
HD-Videos drahtlos übertragen
Auch der Unterhaltungselektronik-Riese Sony hat die Netzwerk-Ära
ausgerufen. Sony-Chef Sir Howard Stringer bekräftigte auf der IFA das
Ziel, den größten Teil der Sony-Produkte aus dem "Consumer
Electronic"-Segment HD-netzwerktauglich zu machen. Damit könnten auch
Daten in hoher Auflösung in den eigenen vier Wänden drahtlos "durch
die Luft" geschickt oder aus dem Internet abgerufen werden.
Die Unternehmensberatung Roland Berger geht davon aus, dass die
unterschiedlichen Varianten von
Web-TV mit Inhalten aus dem Netz den etablierten TV-Anbietern unmittelbar Konkurrenz machen werden. Voraussetzung sei, dass WebTV nicht mehr vorrangig auf dem PC konsumiert werde, sondern sich auch auf dem herkömmlichen Fernsehbildschirm etabliere. "WebTV lockt mit Interaktivität, Verfügbarkeit nach Bedarf und umfassenden Kommunikations- und Personalisierungsmöglichkeiten", heißt es in einer Studie, die unmittelbar vor der IFA veröffentlicht wurde. Dieser Trend werde sich noch verstärken, weil der größte Teil des WebTV-Angebots werbefinanziert sei und "damit auch künftig für die Endverbraucher kostenlos bleiben dürfte".