Nach einem Verlust im vergangenen Geschäftsjahr
will sich der Kabelnetzbetreiber
Kabel Deutschland von rund 300
Mitarbeitern trennen.
Technik wird ausgelagert
Geplant sei, einen Teil der Technik an externe Anbieter auszulagern, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Ein Sprecher ergänzte auf Anfrage, betriebsbedingte Kündigungen seien bislang nicht ausgeschlossen. Derzeit werde mit dem Betriebsrat verhandelt. Bis wann Ergebnisse vorliegen, sei derzeit noch unklar, sagte der
Sprecher. Konkrete Pläne für weitere Kürzungen gebe es derzeit zwar
nicht, grundsätzlich würden aber alle Unternehmensbereiche auf ihre
Effizienz hin überprüft. Wie viel durch den Stellenabbau eingespart
werden kann, sei ebenfalls noch offen. "Das Einsparpotenzial ist noch
unklar, aber auf jeden Fall da." Insgesamt beschäftigt das
Unternehmen derzeit 2.750 Mitarbeiter.
Gewinn im ersten Quartal
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 erreichte Kabel Deutschland dank eines Sonderertrages unterm Strich einen kleinen Gewinn von 1,7 Millionen Euro. Positiv bemerkbar machte sich hier der Verkauf eines Kabelnetzes in Berlin, der rund 13 Millionen Euro in die Kasse spülte. Ohne diesen Sondereffekt wäre ein Verlust von etwa 11,3 Millionen Euro angefallen. Auch im Gesamtjahr wird früheren Angaben zufolge wieder ein Verlust erwartet. Im vergangenen Jahr hatte der Anbieter die Verluste von 99,3 Millionen
Euro im Vorjahr auf 33,8 Millionen Euro
reduziert.
Der Quartalsumsatz kletterte im Jahresvergleich um 13,6 Prozent
auf 329,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich sogar um knapp ein Viertel
auf 134 Millionen Euro. Die Kundenzahl lag nahezu unverändert bei 9,2
Millionen. Sie wurde allerdings auch durch die
Übernahme des
Augsburger Wettbewerbers Orion gestützt, die im April freigegeben
worden war. Das Unternehmen bezifferte den Nettobeitrag auf etwa
272.000 Kunden.