Dass Steve Jobs auf seiner jüngsten Keynote einen gesundheitlich angeschlagenen Eindruck machte, ist kein Geheimnis: Als der Apple-Chef im Juni das neue
iPhone 3G aus dem Hut zauberte, sah er blass, hager und erschöpft aus.
Krankheitsgerüchte
In Windeseile verbreitete sich damals die Nachricht über den kränkelnden Produktvisionär im Netz, so dass sich schon nach kurzer Zeit der Konzern gezwungen sah, die US-Anleger durch ein vehementes Dementi zu beruhigen. Nein, es handele sich um keinen Rückfall der für überwunden erklärten Krebserkrankung. "Ein einfacher Schnupfen", hatte seinerzeit eine Sprecherin dem "Wall Street Journal" gegenüber versichert. Nichts, was nicht mit ein paar Antibiotika-Pillen wieder in den Griff zu bekommen wäre. Das war vor zwei Monaten. Jetzt ist Steve Jobs tot.
Visionen der anderen Art
Das zumindest behauptet Bloomberg. Am Mittwochmorgen erschien auf dem News-Portal des Nachrichtensenders ein mehrseitiger Nachruf auf Mr. Jobs. Auf den Mann, der "dazu beigetragen hat, dass sich Computer so leicht wie Telefone bedienen lassen, der den animierten Film für immer verändert hat, Kunden davon überzeugte, auf digitale Musik umzusteigen und das Handy in den Stand eines Modeobjekts erhob." Darin verfolgt die Bloomberg-Autorin Connie Guglielmo akribisch den Lebensweg des IT-Helden, berichtet von den Garagen-Experimenten in den Siebzigern (damals noch mit Bill Gates), über die Geburtsstunde des Macs im Jahr 1984, Jobs Aus- und Wiedereinstieg bei Apple, die Krisenzeiten und erzählt über den Siegeszug, der mit der Marktreife des bunten iMac 3G zur Jahrtausendwende gekommen war. Dann der plötzliche Tod, das tragische Ende.