Freitag, 29.08.2008 00:01

IFA: Web 2.0 wird mobil

aus dem Bereich Mobilfunk
Kaum ist man zu Hause und sitzt endlich auf der wohlverdienten Couch, da fällt dem Handy ein: Einkaufen nicht vergessen! Ärgerlich, denn jetzt möchte man nicht noch einmal das warme Wohnzimmer verlassen. Hätte sich das Ding nicht melden können, als man vorhin am Supermarkt vorbeigekommen ist?

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Neuer Browser fürs Handy

Doch, es hätte – jedenfalls, wenn der Nutzer das "Mobile Widget Runtime" installiert hat. Das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) stellt diese Neuentwicklung am Freitag, 29. August, auf der IFA in Berlin vor. Die Idee: Web 2.0-Technologien auf dem Mobiltelefon nutzen – und eventuell sogar die üppigen Gebühren fürs mobile Internet sparen.

Bei "Mobile Widget Runtime" handelt es sich um einen Browser auf Java2ME-Basis mit grafischer Oberfläche, der auf dem Handy installiert wird. In Betracht kommen alle Geräte, die diese Java-Variante unterstützen. "Das ist im Regelfall bei Geräten, die nicht älter als zwei Jahre sind, der Fall", so FOKUS-Mitarbeiter David Linner gegenüber onlinekosten.de

Die Basis für das mobile Web 2.0 bilden Web-Anwendungen – sogenannte Widgets. "Mobile Widget Runtime" bringt sie auf das Mobiltelefon und verbindet sie mit den speziellen Funktionen des Gerätes wie Telefonie, dem satellitengestützte Navigationssystem GPS und Bluetooth. So können Web-2.0-Anwendungen wie zum Beispiel das fürs Chatten benötigte Instant Messaging mobil genutzt werden. So geschehen beim "Mobile Car Sharing" und den "ortsbezogenen digitalen Notizzetteln", die als Anwendungsbeispiel auf der IFA präsentiert werden.

Nicht nur für Vergessliche

"Mit dem Mobilen Car Sharing kann ich spontan von unterwegs aus nach einer Mitfahrgelegenheit von A nach B suchen", erklärt Linner. Die digitalen Notizzettel sind Hinweise, die aktiviert werden, wenn das Handy einen bestimmten Ort passiert. Praktisch für Vergessliche: "Damit kann ich andere oder mich selbst zum Beispiel ans Einkaufen erinnern, wenn ich am Supermarkt vorbeikomme", so Linne. Der Abend ist gerettet und wird nicht durch gähnende Leere im Kühlschrank ruiniert.

Derzeit wird an einer Bluetooth-Unterstützung gearbeitet, die Web 2.0 auch ohne Internetverbindung verspricht, heißt es in einer Pressemitteilung. Damit sei beispielsweise ein Chat-Widget denkbar, das für eine lokale User-Gruppe zwar das Nutzererlebnis einer Web-Anwendung bietet, aber ohne eine teure mobile Online-Verbindung auskommt.

Kreative Nutzer erwünscht

Die Mobile Widget Runtime kann sowohl als allein stehende Plattform fungieren als auch als Basis für kleine Erweiterungen. So können findige Nutzer die mobilen Web-2.0-Dienste um eigene Funktionen erweitern. "Die Idee ist: Jeder baut sich sein eigenes mobiles Widget", erläutert Linne.

Wann und wie die Lösung den Markt erreichen wird, steht noch nicht fest und hängt von der Nachfrage ab. Das FOKUS plant, in Kürze eine Freeware-Version mit den Grundfunktionen herauszubringen.
Dorothee Monreal
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