Für die deutschen
DSL-Anbieter brechen harte Zeiten an: Nach dem Boom der vergangenen drei Jahre flaut die Nachfrage nach schnellen Internetanschlüssen Experten zufolge nun merklich ab. "Wir sehen in diesem Jahr einen ziemlichen Rückgang beim Wachstum", sagt Dorothea von Wichert-Nick von der Münchener Unternehmensberatung Solon. Verstärkt wird der Druck durch Wettbewerber aus dem
TV-Kabelnetzbereich, die mit günstigen Bündelangeboten aus Fernsehen, Telefonie und Internet auf Kundenfang gehen. Zumindest mittelfristig werden sie DSL-Anbietern wie der
Telekom Marktanteile abjagen.
Konkurrenz aus dem Kabelnetz
"Endlich erwachen die Kabelnetzbetreiber aus dem Dornröschenschlaf und mischen mit attraktiven
Triple-Play-Angeboten den Markt für Breitband auf", sagt Martin Gutberlet von der Marktforschungsfirma Gartner. Wie die Telekom verfügen die Kabelunternehmen
Kabel Deutschland,
Kabel BW und
Unitymedia über einen direkten Zugang zum Endkunden. Dies gibt ihnen einen Wettbewerbsvorteil vor anderen
Firmen, die die sogenannte letzte Meile bei der Telekom anmieten
müssen. Hinzu kommt, dass sie Bandbreiten erreichen können, die
deutlich über der Geschwindigkeit eines DSL-Netzes liegen.
Marktanteil von fünf Prozent
Experten warnen aber vor zu großer Euphorie, da die Kabelnetzbetreiber nicht über die üppigen Werbebudgets verfügen, wie sie die DSL-Anbieter haben. Zudem gibt es bei einigen Kunden Vorbehalte, ob Telefonioeren und Surfen über einen TV-Anschluss funktioniert. "Die Kabelnetzbetreiber in Deutschland werden ihre Marktstellung ausbauen, aber nach wie vor eine Randposition behalten", sagt Nikolaus Mohr, Telekom-Experte bei Accenture. Er glaubt daher nicht, dass Kabel Deutschland & Co. die DSL-Anbieter überholen werden. Derzeit kommen sie bei den schnellen Internetzugängen auf einen Marktanteil von fünf Prozent.