Obwohl der Konsolenhersteller Nintendo die Games Convention schwänzt, ist er auf der Computerspiele-Messe in Leipzig überall präsent. Denn die Software-Anbieter präsentieren an ihren Ständen einen ganzen Schwung neuer Titel für die
Wii-Konsole der Japaner - die Spiele für Partys oder zwischendurch sind einer der großen Trends. Auch Microsoft und Sony, beide mit riesigen Ständen am Ort, haben ständig den erfolgreichen Rivalen im Blick. Denn Nintendo hat vorgemacht, wie man Frauen, Kinder und Ältere in Scharen vor die Konsole lockt und damit neues Umsatzpotenzial erschließt.
Kampf um Konsolennutzer
Mit ihren Hochleistungskonsolen hatten Microsoft und Sony lange das Image, vor allem Futter für vergnügungshungrige "Powergamer" zu
liefern. Auf Autorennen, Action- oder Ballerspiele wollen beide auch
künftig nicht verzichten. Klar ist aber: Wollen beide Firmen vom rasanten Wachstum des Konsolenmarktes stärker profitieren, müssen sie mehr Frauen, Mädchen und Senioren an
Xbox 360 und
PlayStation 3 locken.
Nintendo habe erfolgreich auf neue Zielgruppen gesetzt, gibt David
Reeves zu, Chef von Sony Computer Entertainment Europe. Diesem
Vorbild folgen die mit der PlayStation 2 einst so erfolgsverwöhnten
Japaner. "Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren sind für uns definitiv
eine Zielgruppe", nennt Reeves ein Bespiel.
Mädchen greifen besonders häufig zu mobilen Konsolen wie der
Nintendo DS oder - seltener - der
PlayStation Portable (PSP) aus dem Hause Sony. Auf die Wahl zwischen Gelegenheitsspielern und Powergamern will Reeves sich aber nicht festlegen lassen. "Es gibt verschiedene Pfade für unterschiedliche Gruppen." Sony will alle Wege ausbauen.