Intel und Yahoo! wollen gemeinsam Internet-
Dienste auf TV-Geräte bringen. Dabei geht es um Angebote wie zum
Beispiel Wetter-Informationen, E-Mail, Aktienkurse oder Nachrichten
und weniger darum, auf die Fernseher die gewohnte Internet-Nutzung am
PC zu übertragen. Die Dienstprogramme ("Widgets") tauchen in einer
Leiste am unteren Bildschirm-Rand auf, ohne dass sie das Fernsehbild
überdecken. Als erste Partner aus der Unterhaltungselektronik werden
Samsung und Toshiba voraussichtlich noch in diesem Jahr TV-Geräte mit
der Funktion vermarkten, kündigte Intel-Manager Eric Kim am Mittwoch in San Francisco auf Intels Entwicklerforum IDF an.
Inhalte per Widgets
Die Inhalte werden über eine Software des Internet-Konzerns Yahoo!
("Widget Engine") aus dem Netz gesammelt. Die Software läuft auf
Intels neuem Prozessor CE 3100 (Codename
Canmore), den der weltgrößte
Chiphersteller bereits im Januar auf der Consumer Electronics Show in
Las Vegas angekündigt hatte. Canmore unterstützt unter anderem Videos
in höchster Auflösung (HD), Audio sowie 2- und 3-D-Grafik. Er ist
speziell für Unterhaltungsgeräte wie Fernseher, Settop-Boxen und
Mediaplayer konzipiert und soll es Herstellern erleichtern,
neue Internet-Inhalte und andere Multimedia-Funktionen auf ihren
Geräten zu integrieren.
Eine erfolgreiche Kombination von Internet-Diensten und Fernsehen
könnte die Verteilung der Werbeeinnahmen beeinflussen. Sie wandern
derzeit kontinuierlich ins Internet ab - vor allem weil die Menschen
mehr Zeit im Netz verbringen. Die Möglichkeit, wichtige Web-Dienste
auch auf dem TV-Gerät zu nutzen, könnte die Position des Werbemediums
Fernsehen stärken.
Bereits der zweite Versuch für Intel
Für den Chiphersteller Intel, der traditionell Prozessoren für die
Computerindustrie fertigt, ist der Vorstoß in den Markt der
Verbraucherelektronik bereits der zweite Versuch. Vor einigen Jahren
hatte das Unternehmen mit der Chip-Plattform "
ViiV" einen Anlauf
gestartet, in diesem Markt Fuß zu fassen. Intel wollte mit einem
ViiV-Logo garantieren, dass entsprechend gekennzeichnete Geräte wie
Fernseher, DVD-Player oder Mediaplayer bestimmten Anforderungen
genügen. Es gelang jedoch nicht, die großen Elektronik-Hersteller zu
überzeugen. Ende vergangenen Jahres stellte Intel schließlich sein
ViiV-Programm komplett ein.