"Lauter, ihr müsst lauter sein", brüllt der Moderator ins Mikrofon. Gut zweihundert junge Leute vor der Bühne des Computerzubehör-Herstellers Razer gehorchen, reißen die Arme in die Luft und klatschen wie bei einem Konzert in die Hände. Zum Dank wirft der Ansager ein paar T-Shirts und Schlüsselbänder ins Publikum. Die jungen Besucher sind begeistert. Für sie ist die Computerspiele-Messe
Games Convention (GC) eine einzige große Party. Doch in den Jubel mischt sich diesmal auch ein bisschen Traurigkeit. Denn die siebte GC wird wohl die letzte große Spielemesse in Leipzig sein.
Nächster Halt: Köln
Vom kommenden Jahr an findet die europäische Leitmesse der
Computerspieleindustrie in Köln statt. Dafür hat sich die Branche im
Frühjahr entschieden, weil sie am Rhein größere Wachstumschancen
sieht. Ob Leipzig eine Konkurrenzveranstaltung anbietet, ist noch
unklar. So groß wie in diesem Jahr wird es aber sicher nicht mehr
werden. Verstehen kann das nicht jeder. "Die GC ist in Leipzig
großgeworden und hat in der Szene Kultcharakter", sagt etwa Christoph
Böhm aus Österreich. "Der Wechsel ist nicht ohne Risiko."
Ausprobieren erlaubt: Die GC bringt für einige Tage Spieler und Hersteller näher zusammen.
Bild: Leipziger Messe
Die meisten Besucher führen eher pragmatische Gründe für oder
gegen den Umzug an. "Für uns ist Köln näher", sagt Anton Seifert aus
dem niedersächsischen Cloppenburg. Der 19-Jährige ist am Donnerstag
um fünf Uhr morgens mit zwei Freunden losgefahren, um pünktlich zur
Öffnung der Messe für Verbraucher dabei zu sein. "Wir bleiben bis zum
Abend und dann geht es zurück." Zuhause haben sie sich ein kleines
Programm zusammengestellt mit Spielen, die sie unbedingt ausprobieren
wollen. "Das ist die beste Gelegenheit zu testen, was erst später auf
den Markt kommt", erklärt Seifert.