Es ist fast eine Wissenschaft für sich: Internet- und Telefontarife in Deutschland. Kunden werden mit Schlagwörtern wie Doppel-Flat, Vierfach-Flat, SuperFlat, Komplett-Paket oder All-Inclusive-Paket gelockt.
DSL-Sparpreise und Superschnäppchen werden allerorten angepriesen. Zum
Mobilfunkvertrag erhalten Kunden etwa noch einen Laptop oder eine Spielekonsole als Geschenk obendrauf. Die Telekommunikationsanbieter werben in Zeitungsanzeigen, im Radio und TV sowie online mit immer neuen Tarifen, die teilweise im Monatsrhythmus wechseln. Was die Werbestrategen der Unternehmen beim lustigen Tarifebasteln dabei offenbar immer mehr aus den Augen verlieren: Die Mehrheit der Deutschen hat den Überblick über den Tarifdschungel für Telefon und Internet längst verloren.
Verbraucher überfordert
Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hat Mitte August eine repräsentative Befragung von 1.003 Telekommunikationskunden durchgeführt. Das Ergebnis ist für die Telefon- und Internetanbieter eher ernüchternd. Aus Gewohnheit bleiben viele Kunden ihrem angestammten Anbieter treu, sie scheuen zurück vor der Flut der zahlreichen Tarife und Aktionsangebote der auf dem Markt befindlichen Anbieter.
Geringe Wechselbereitschaft
Dies trifft besonders auf die Generation der über 60-jährigen Verbraucher zu. Rund 70 Prozent der älteren befragten Bundesbürger erklärten, dass sie Schwierigkeiten hätten, sich im Tarif-Wirrwarr zu Recht zu finden. Fast 80 Prozent der Befragten interessierten sich kaum oder gar nicht für neue Tarife. 60 Prozent der Kunden möchten ihren Vertrag so beibehalten wie bisher und nichts daran ändern. Eine ähnlich große Anzahl gab an, in den letzten Jahren weder Festnetz-, Mobilfunk- oder Internetanbieter gewechselt zu haben. Die Wechselbereitschaft hängt unter anderem auch vom Bildungsniveau ab: 67 Prozent der Befragten mit Hauptschulabschluss blieben in den letzten Jahren ihrem Anbieter treu, aber nur 53 Prozent der Befragten mit Abitur oder Hochschulabschluss zeigten eine solche Treue.