Der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) Gerd Billen, der Datenschutz-Bundesbeauftragte Peter Schaar und Bernd Carstensen vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) warnten in Berlin vor einem ungezügelten Datenhandel und zunehmendem Missbrauch. Sie forderten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz die Fraktionen des Deutschen Bundestages auf, die gesetzlichen Grundlagen zu verbessern.
Vorsicht mit Kontodaten
Verbraucher sollten generell auf Geschäfte zu verzichten, die ein Einverständnis zur Datenweitergabe voraussetzen, so der einheitliche Tenor. Sensible Daten wie die Kontoverbindung sollte man nur vertrauensdwürdigen Adressaten nennen, die man aus freien Stücken kontaktiert hat. Peter Schaar sprach sich für härtere Strafen in Missbrauchsfällen und mehr Aufsichtspersonal aus. Außerdem müsse man Unternehmen dazu verpflichten, die Betroffenen im Missbrauchsfall über die Gefährdung ihrer Daten zu informieren.
"Der Handel mit persönlichen Daten ist ein Milliardengeschäft, in dem es mafiöse Strukturen gibt", sagt Bernd Carstensen. Der BDK fordert den Einsatz von Datenfahndern entsprechend dem Modell der Steuerfahnder. Gerd Billen forderte zudem eine schriftliche Bestätigung für telefonisch abgeschlossene Verträge als Bedingung für ihre Wirksamkeit. "Der Missbrauch wird erst dann aufhören, wenn er sich wirtschaftlich nicht mehr lohnt", betonte er.
Kontoinhaber sollten stärker auf ihre Rechte pochen: Wem auffällt, dass jemand ohne Einzugsermächtigung Geld von seinem Konto abbucht, solle den Täter wegen Betrugs anzeigen oder wenigstens bei der Verbraucherzentrale melden, so Billen. Diese hat unter
www.vz-bw.de/datenklau eine Umfrage gestartet und ruft Betrugsopfer auf, sich zu melden.