Die Nachricht, dass Cyber-Kriminelle als CNN-Alerts getarnte Spam-Mails verschicken, um ahnungslosen Nutzern per Zwangsupdate einen Trojaner auf die Festplatten zu schleusen, verbreitete sich in der IT-Medienlandschaft wie ein Lauffeuer (onlinekosten.de
berichtete). Heute sind viele Anwender gewarnt und die meisten der gefälschten Mitteilungen wandern ungelesen in den Papierkorb. Doch man hätte es sich ja denken können: Jetzt schwenken die Hacker um und tauschen kurzerhand den bisherigen Nachrichtensender gegen einen anderen aus – doch die Gefahr für den Nutzer bleibt dieselbe.
Mary-Kate Olsen war schuld
Virenjäger und IT-Sicherheitsexperten wissen bereits: Sobald ein erfolgreicher Hack-Versuch im Internet die Welle macht, sind auch Trittbrettfahrer nicht weit, die leicht abgewandelte, eigene Schadcode-Varianten ins Rennen schicken. Doch nicht so dieses Mal. "Es scheint, dass dieselben Leute am Werk sind, die auch den CNN-Spam-Ausbruch von letzter Woche zu verantworten haben", warnt MX Logic, ein US-Hersteller von Mail-Filtern, der über die Vorfälle zuerst berichtet hatte. Die Mails, die sich nun mit "msnbc.com - BREAKING NEWS" ankündigen, verweisen im Nachrichtentext per Link auf Top-News wie "Mary-Kate Olsen implicated in Heath Ledger's death" oder "Copycat murderer beheads woman on Greyhound". Wer sie anklickt, landet natürlich auf keiner MSNBC-Nachrichtenseite, sondern auf einem präparierten Pendant, das in gewohnter Manier auf die Installation des Trojaners insistiert.
Wenn der Nutzer dieses Popup sieht, ist es Zeit, den Browser zum Absturz zu zwingen. Bild: MX Logic
Ist die Seite einmal geöffnet, befindet sich der Nutzer in einer Popup-Schleife, die ihm lediglich die Wahl zwischen dem Download des Programms und einem gewaltsamen Abbruch der Browser-Software lässt – letzteres sei jedem empfohlen. In der Praxis geschieht dies, indem die Tasten "Strg", "Alt" und "Entfernen" gleichzeitig gedrückt werden. Im Taskmanager wechselt man in die Rubrik "Anwendungen", wo der benutzte Browser angeklickt und per "Task beenden" zum Schließen gezwungen wird.
Höhepunkt noch nicht erreicht
Im Interview mit MSNBC gab MX Logic an, dass seit dem 4. August rund 850 Millionen gefährliche CNN-Alerts registriert wurden. Der neue MSNBC-Spam bringt es derzeit auf bis zu zwei Millionen Nachrichten in der Stunde – Tendenz steigend.