Viele Kabelkunden in Aachen und Wiesbaden müssen sich auf Änderungen einstellen.
Unitymedia wird unter der Voraussetzung, dass das Bundeskartellamt zustimmt, in beiden Städten die Fernsehkabelnetze der PrimaCom AG und damit 100.000 Kundenverträge übernehmen. Das gaben beide Unternehmen in der Nacht zu Sonntag bekannt.
Fast 50 Millionen Euro investiert
Der Kaufpreis liegt bei 49,43 Millionen Euro und wurde – wie zuletzt bei Transaktionen im deutschen Kabelmarkt üblich – mit dem mehr als zehnfachen Wert des Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ermittelt. PrimaCom möchte sich nach eigenen Angaben auf eine dichte Präsenz in Schwerpunktregionen konzentrieren. Die überwiegende Zahl der rund eine Million Haushalte, die von PrimaCom mit TV-Signalen versorgt werden, liegt in Mittel- und Ostdeutschland.
Unitymedia erreicht mit der Akquisition nach eigenen Angaben künftig über 95 Prozent aller Kabelhaushalte mit seinem multimedial aufgerüsteten Netz. Bislang konnte Unitymedia die Kabelhaushalte in Aachen und Wiesbaden aufgrund des bestehenden Signallieferungsvertrags mit PrimaCom nur mit analogen und digitalen Fernsehsignalen versorgen. Nach der Aufrüstung der Kabelnetze wird Unitymedia in den beiden Städten zusätzlich Internet und Telefon über das TV-Kabel anbieten.
Ein Meilenstein
Unitymedia-Chef Parm Sandhu bezeichnete die erreichte Übernahme als weiteren Meilenstein für sein Unternehmen. Der Kölner Kabelnetzbetreiber rechnet damit, rund sieben Millionen Euro in die Hand nehmen zu müssen, damit die beiden Stadtnetze für Telefon- und Internet-Dienste nutzbar sind.
Hayo Lücke